Archiv für die Kategorie 'Planung'

Mauerpark: Das Groth-Imperium schlägt zurück

Freitag, 17. Oktober 2014 um 15:48

Mit 60.000 Imagebroschüren will Groth die Bürger überzeugen

Investor Klaus Groth (CDU) hatte Stadtrat Carsten Spallek (CDU) in den Ring geschickt, um am 17. Oktober 2014 die Presse über seine Baupläne zu informieren.

Neben den Vertretern der Presse waren auch Vertreter der Bürgerinitiativen gekommen, um sich über den aktuellen Stand der Planung zu informieren. Diese ungeladenen Bürger waren dem Stadtrat sichtlich ein Dorn im Auge und er bat sie vor Beginn der Veranstaltung den Raum zu verlassen. Erst durch die Intervention der Pressevertreter lies sich der Stadtrat umstimmen und die Bürger durften bleiben – unter der Maßgabe zu schweigen.

Die Neuigkeiten zum Bauplan erläuterte der Stadtrat anhand der frisch gedruckten Image-Broschüre der Groth-Gruppe. Die Broschüre, im frisch-grünen, basisdemokratischen Look soll in den nächsten Tagen in einer Auflage von 60.000 Stück Anwohner und Interessierte über die geplante Bebauung aufklären – unter dem Titel “Der Mauerpark gewinnt – eine Initiative der Groth-Gruppe”.

Und es gibt tatsächlich Überraschungen die es zu erklären gilt:
Statt bislang 530 Wohnungen sollen 650 Wohnungen entstehen

Mit dem Bauen möchte die Groth-Gruppe schon im Frühjahr 2015 starten. Dieses Ziel hält selbst der Stadtrat für “ambitioniert”, zumal die für Ende November geplante Auslegung mit der dazugehörigen Auswertung und Debatte in der BVV-Mitte einige Monate in Anspruch nehmen dürften.

Bei der Auslegung Ende November erhalten dann formal die Bürger Gelegenheit, der Bezirksverordnetenversammlung und dem Bezirksamt wichtige Denkanstösse mit auf den Weg zu geben.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die Bezirksverordneten die Baupläne nochmals genauer anschauen – unbeeindruckt von Fraktionszwängen oder Schadensersatzdrohnungen – bevor sie sich entscheiden.

Stadtrat Carsten Spallek rechnet mit “sehr vielen Einwendungen” – in dieser Hinsicht sollte man ihn nicht enttäuschen. Und er rechnet auch mit einer juristischen Auseinandersetzung im Nachgang, auch hier dürft seine Erwartung wohl in Erfüllung gehen.

25 Jahre nach dem Mauerfall ist der Mauerpark noch immer nicht vollendet.

Aber nehmen wir uns an dieser Stelle ruhig ein Beispiel an der Geschichte: Bürger lassen sich nicht für immer täuschen, einschüchtern oder aussperren. Es gibt immer wieder Momente in denen auch scheinbar unveränderbare Machtsysteme von neuen Ideen und Perspektiven abgelöst werden.

Die Freunde des Mauerparks und die Mauerpark-Allianz werden sich unbeeindruckt vom Geschäftsgebaren der Groth-Gruppe für einen Paradigmenwechsel in der Stadtentwicklungspolitik einsetzen.

In der Presse:
120 Wohnung mehr am Mauerpark – PBN – 17.10.2014
Bürgerbegehren am Mauerpark – Berliner Zeitung – 17.10.2014
Mauerpark: B-Plan reif für die Ablage! #1 – PAZ – 16.10.2014
Mauerpark: Mehr Wohnungen – Prenzlberger Stimme 17.10.2014

von Alexander Puell

Der Flohmarkt am Mauerpark lebt wieder auf

Sonntag, 12. Oktober 2014 um 20:00

Schwieriges Ende – gelungener Neustart

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Zehn Jahre lang hatte der Flohmarkt am Mauerpark Erfolgsgeschichte geschrieben. Flohmarktbetreiber Murat Ayvaz, Lars Herting und Oliver Lüdicke hatten einen Flohmarkt mit Trödel, anspruchsvolleren kunsthandwerklichen Produkten und eingestreuter Gastronomie entwickelt. Dieser gewann bald großes Interesse in Berlin und ist weit darüber hinaus in aller Welt bekannt.

Doch die Erfolgsgeschichte hinterließ auch Spuren des Verschleißes. Querelen der Betreiber mit Hausmeister, Verwaltung und einigen Händlern führten schließlich zur Kündigung der Betreiber durch den Flächeneigentümer.

Die Befürchtungen, der Flohmarkt könnte zeitweise seine Tore schließen, erwiesen sich als unbegründet. Der Eigentümer der Fläche, die CA Immo Berlin, hat unter hohem Aufwand ein transparentes und faires Auswahlverfahren unter zunächst zwölf Bewerbern auf den Weg gebracht. Die Seite der Bürgerinnen und Bürger war durch zwei Sprecher der „Bürgerwerkstatt Mauerpark Fertigstellen“ an der Auswahl aktiv beteiligt.

Auf der ganztägigen Auswahlsitzung am 31. Juli mit Vertretern der CA Immo, des Stadtentwicklungssenats, der Bezirke Mitte und Pankow und der Grün Berlin Stiftung gab es nach einem mehrstufigen Verfahren ein einstimmiges Urteil: Die beiden bekannten Berliner Marktbetreiber Nikolaus Fink und Rainer Perske wurden nach erfolgreicher Präsentation gleichrangig auf den ersten Platz gesetzt. Die bisherigen Betreiber des Flohmarkts waren zwar auch in die Endrunde gekommen, hatten aber auf die obligatorische Präsentation verzichtet und stattdessen eine Protesterklärung abgegeben. Marktbetreiber Nikolaus Fink zog im September im Hinblick auf sein Engagement am SOLOH Market, dem Neuen Markt am Südstern und den sieben Wochenmärkten in Neukölln, seine Bewerbung zurück.

Unter der Regie der Marktverwaltung Rainer Perske hat der Flohmarkt im Mauerpark im Oktober ohne Unterbrechung nach dem Betreiberwechsel bei strahlendem Sonnenschein und großem Interesse stattgefunden.

Für die meisten Besucher wird der Betreiberwechsel kaum spürbar gewesen sein – die Atmosphäre war gewohnt freundlich und international. Für regelmäßige Besucher haben sich sicher einige wichtige Verbesserungen gezeigt: ein großzügiger Eingangsbereich, breitere Marktgassen, eine neue Toilettenanlage und ein präsentes Marktteam, unterstützt von Sanitätern und Ordnern.

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Für die meisten Händler war spätestens mit dem ersten Markttag endgültig sicher, dass sie wieder einen festen Platz auf dem beliebten Markt bekommen können. Das ist für viele Händler sehr wichtig, denn sie sind von den Einnahmen wirtschaftlich abhängig. So hatte Marktbetreiber Perske im Vorfeld den Kontakt zu den Händlern gesucht und mit ihnen einen nahtlosen Übergang geregelt.

Sogar die ehemaligen Flohmarkt-Betreiber haben wieder einen festen Platz auf dem neuen Markt: Murat Ayvaz organisiert u.a. den Aufbau von Buden und Lars Herting und Oliver Lüdicke sind mit einigen Ständen auf dem Flohmarkt präsent.

Es bleibt zu hoffen, dass der Flohmarkt am Mauerpark nach dieser schwierigen Zeit nun wieder eine gute Basis für eine weitere Erfolgsgeschichte hat und in Zukunft seinen Besuchern nicht nur den Charme des Mauerparks, sondern auch seine Kernbotschaft näherbringt:

Dort wo früher Mauern die Menschen trennten, ist nun ein Ort der Begegnung entstanden.

Aus der Presse:
Flohmarkt Mauerpark unter neuer Regie – PAZ 7. 10. 2014
Markt soll sicherer und sauberer werden – Berliner Woche 15.09.2014
Flohmarkt soll sauberer werden – Berliner Zeitung 09.09.2014

von Mauerpark Redaktion
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Infoveranstaltung: Abwasser-Speicher im Mauerpark

Mittwoch, 27. August 2014 um 12:05

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Bereits im September 2013 hatten das Bezirksamt Pankow, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt sowie die Berliner Wasserbetriebe das Vorhaben „Bau eines Abwasserspeichers unter dem Mauerpark zwischen Gleim- und Eberswalder Straße“ im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgestellt.

Die betroffenen Anwohner und Initiativen waren alles andere als begeistert und so nahm sich auch die BVV-Pankow des umstrittenen Themas an.

Nun, ein Jahr später, sollen die Anwohner, Parkbesucher und Gewerbetreibende erneut über den aktuellen Planungstand informiert werden.

Dazu laden der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner (Bü90/Grüne), die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die Berliner Wasserbetriebe und der Bürgerverein Gleimviertel alle Interessierten  zu einer Infoveranstaltung am Dienstag, dem 9. September 2014 von 19 Uhr, ins Haus der Sinne, Ystader Straße 10, 10437 Berlin (Nähe U/S-Bahnhof Schönhauser Allee), ein.

Informationsveranstaltung zum Planungsstand
Dienstag, dem 9. September 2014 von 19 Uhr
Haus der Sinne, Ystader Straße 10, 10437 Berlin

Foto oben: © Hasselmann GmbH

von Mauerpark Redaktion
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Betreiber vom Flohmarkt am Mauerpark gekündigt

Donnerstag, 17. Juli 2014 um 22:06

flohmarkt

Für manche überraschend, wurde den Flohmarktbetreibern des Flohmarkts am Mauerpark vom Eigentümer der Flächen gekündigt. Wir bedauern es sehr, dass es in den letzten Monaten nicht möglich war die Differenzen zwischen der Flohmarkt am Mauerpark GmbH und der CA Immo AG beizulegen.

Die Freunde des Mauerparks haben sich dennoch sehr bemüht mit den Konfliktparteien eine gemeinsame Lösung zu finden. Im Dialog mit dem Flohmarkt, der CA Immo, Senatsverwaltung und Politikern wurden verschiedene Ansätze diskutiert.

Aktueller Lösungsansatz der CA Immo ist ein eine Ausschreibung Ende Juli, bei der sich auch der gekündigte Marktbetreiber erneut bewerben kann – also eine zweite Chance erhält.

Die Betreiber des Flohmarkts haben in Vorbereitung dazu eine Petition auf Chance.org gestartet um der CA Immo den Stellenwert des Flohmarkts zu dokumentieren.

change-org

Die Zukunft des Mauerparks ist untrennbar mit der Zukunft des Flohmarkts verbunden. Wir setzen uns tatkräftig dafür ein, dass die Ausschreibung fair und transparent durchgeführt wird und fordern alle Beteiligten auf, unabhängig von finanziellen Interessen, ein gute Lösung im Interesse des Mauerparks zu finden.

Es ist für den Mauerpark von grosser Bedeutung den provisorischen Charakter des Flohmarkts zu erhalten und auf diesen Gewerbeflächen eine weitere Kommerzialisierung auszuschliessen.

In der Presse:
Mauerpark-Flohmarkt gefährdet – BZ 17.07.2014
Flohmarkt vor dem Aus – PBN 17.07.2014
Flohmarkt im Angebot – taz 17.07.2014
Flohmarkt steht vor dem Aus – Morgenpost 17.07.2014
Flohmarkt bekommt neuen Betreiber – Tagesspiegel 17.07.2014
Der Flohmarkt steht vor dem Aus – BZ 17.07.2014
Neustart mit Flohmarkt – Pankower Allgemeine – 17.07.2014
Flohmarkt könnte neuen Betreiber bekommen – rbb 120.07.2014
Ende für ein wuseliges Treiben – ND 21.07.2014
Neues Konzept gesucht – Berliner Abendblatt 29.07.2014

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von Mauerpark Redaktion
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Die Mauerpark-Allianz läd ein zum Kiezspaziergang

Montag, 7. Juli 2014 um 12:00

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Die Mauerpark-Allianz, das sind BürgerInnen, Initiativen, Vereinen sowohl aus Wedding und Prenzlauer Berg, die sich im März 2013 zur Mauerpark-Allianz zusammen geschlossen haben.

Im Rahmen des Kiezspaziergangs möchte die Mauerpark-Allianz auf die bedrückenden Planungsszenarien des Bebauungs-Plans 1-64a VE für die Anwohner im Brunnen- und Gleimviertel aufmerksam machen. Auch die zu absehbaren Nutzungskonflikte zwischen dem geplanten Wohnviertel und den Nutzungen im Mauerpark (Moritzhof, Kletterflesen, etc.) werden Thema sein.

Treffpunkt:
Am Gleimtunnel (auf Weddinger Seite)
Sonntag, 13.07. um 15:00 Uhr

Als BewohnerInnen des Brunnen- und Gleimviertels ist es der Mauerpark-Allianz ein großes Anliegen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Zu dem Kiezspaziergang sind auch Politiker und Vertreter der Presse eingeladen.

Weitere Infos zur Mauerpark-Allianz: www.mauerpark-allianz.de
Weitere, aktuelle Infos zur Veranstaltung auf Facebook.

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von Mauerpark Redaktion
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100% Mauerpark – wir ziehen an einem Strang!

Montag, 10. März 2014 um 09:56

100% Mauerpark

Wehrt Euch gegen Groths Vollbebauung!

Wir, die wir uns aus unterschiedlichen Vereinen und Initiativen unter dem Dach einer „Mauerpark-Allianz“ zusammengefunden haben, sind uns einig, dass wir uns gegen eine vollständige Bebauung der Freiflächen nördlich des Gleimtunnels mit aller Kraft zur Wehr setzen. Es haben sich angesichts der drohenden Vollbebauung im Norden durch die Groth-Gruppe alle zur Abwehrfront zusammen geschlossen – sowohl die Gegner jeglicher Bebauung nördlich des Gleimtunnels als auch diejenigen, die ein  Projekt sozialen Wohnungsbaus als bescheidene Teilbebauung akzeptiert hätten. Einig sind wir uns: 100% Mauerpark bedeutet für uns die längst überfällige Fertigstellung des Mauerparks, einem Ort der Begegnung in dem die Menschen ihren kulturellen Aktivitäten ungestört nachgehen können.

Es gibt bisher keine Festschreibung, dass die Bebauung im Norden Kriterien eines sozialen Wohnungsbaus genügen könnte. Die von der Groth-Gruppe geplanten Luxuswohnungen verriegeln einen breiten Streifen, der als „Grünes Band“ die Umwandlung des ehemaligen Grenzstreifens  in einen  ökologisch wertvollen Saum zum Ziel hat. Eine notwendige  Kaltluftschneise wird dezimiert. Die bei Kindern und Jugendlichen beliebte „Jugendfarm  Moritzhof wäre durch erwartbare Konflikte mit vornehmer Eigentümerklientel der Groth Immobilien in ihrer Existenz gefährdet. Das Brunnenviertel hätte bei bis zu 600 Wohnungen unter einem steigenden Bedarf an Kita- und Schulplätzen sowie sonstiger Infrastruktur zu leiden.

Das Bezirksamt Mitte und die dortige BVV sowie die Senatsverwaltung haben in einem bedenklichen städtebaulichen Vertrag Groth einen Freibrief in Aussicht gestellt, sein elitäres Wohnkonzept in die Tat umzusetzen. Transparenz und demokratische Rücksichtnahme auf Bürgerinteressen sind dem Stadtbaurat Spallek fremd.

Deshalb müssen in Scharen betroffene Anwohner und Nutzer des Mauerparks bis zum Termin, an dem förmlich Einwendungen gegen den drohenden Bebauungsplan geschrieben werden, ihre Ablehnung der Grothschen Bebauung und ihre Wut über ein im Hinterzimmer zustandegekommenen Mauerparkvertrag deutlich werden lassen.

Wir mobilisieren schon jetzt! Kommt deshalb alle zu den Vorbereitungstreffen der Mauerpark-Allianz! 

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von Rainer Krüger
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Diskussion zum Parkmanagement für den Mauerpark

Montag, 3. Februar 2014 um 15:25

Die Bezirke Mitte und Pankow erörtern derzeit, wie und durch welchen Bezirk der Mauerpark zukünftig gepflegt und betreut werden kann.

Die Grünen Mitte und die Grünen Pankow möchten dieses Thema in einer öffentlichen Runde mit den Anwohner/innen, Initiativen und Gewerbetreibenden diskutieren und laden ein:

Einheitliches Parkmanagement für den Mauerpark
am 11. Februar 2014 um 18.00 Uhr
in der Freien Schule am Mauerpark (Aula),
Wolliner Straße 25-26

Mit Jens-Holger Kirchner (Bezirksstadtrat und Leiter der Abteilung Stadtentwicklung Pankow) und Frank Bertermann (Bü90/Gr BVV Mitte, stadtentwicklungspolitischer Sprecher).

Folgende Fragen stehen auf der Tagesordnung:

  1. Welche Vor- und Nachteile hat ein einheitliches Parkmanagement durch den Bezirk Mitte oder den Bezirk Pankow?
  2. Welche Rahmenbedingungen müssen dabei berücksichtigt werden, um die Interessen beider Bezirke und ihrer Bewohner/innen zu berücksichtigen.
  3. Welche bisherigen Nutzungen sollen weiterhin erhalten bleiben, welche ggf. auf die Mauerparkerweiterungsfläche in Mitte ausgeweitert werden und welche nicht?
  4. Welche Nutzungsansprüche der Gewerbetreibenden (Flohmarkt, Mauersegler, Blumenmarkt) sind zu berücksichtigen.


Weitere Infos in der Einladung (PDF, 170kB)

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von Mauerpark Redaktion
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Mauerpark: „Blitz-Variante“ statt Bürgerbeteiligung?

Donnerstag, 2. Januar 2014 um 12:16

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Unter dem Mauerpark planen die Berliner Wasserbetriebe einen unterirdischer Regen- und Abwasserspeicher – dieser soll helfen, langfristig die Wasserqualität der Spree und Panke zu verbessern.

Die Baupläne sind nicht unumstritten, im März 2013 verkündete Stadtrat Kirchner deshalb, er würde dem Bau des Mischwasser-Sammelkanals nur unter zwei Bedingungen zustimmen:

    1. Keine Baugruben innerhalb des Mauerparks
    2. Baurbeiten nur während der Wintermonate

Zwei Versprechen nach knapp einem Jahr schon vergessen?

Schon im September 2013 stellten die Wasserbetriebe Pläne vor, die es mit der ersten Bedingung nicht so eng sahen: zwei grosse Baustellen innerhalb des Parks, eine davon mit einer Grösse von 1000 Quadratmeter und genau dort wo bislang der Haupteingang des Mauerpark an der Eberswalder Strasse liegt.

Drei Monate später verkündet Stadtrat Kirchner nun, es könne nicht nur in den Wintermonaten, sondern für  zwei Jahre am Stück gebaut werden – mit seinen Worten: „Die Einschränkungen sind für das Partyvolk zumutbar.“ (Zitat aus BILD und BZ vom 2.1.2014)

Nun, der Mauerpark mag für Herrn Kirchner nur ein Ort für „Partyvolk“ sein, Anwohner, Parkbesucher und Touristen aus der ganzen Welt lässt er dabei aber ausser Acht. Auch die vielen Fahrradfahrer, die den Mauerpark täglich durchqueren, hätten mit der Grossbaustelle eine wichtige Fahrradverbindung verloren.

Mitte Januar möchte Herr Kirchner seine „Blitz-Bau-Variante“ vorstellen. Wir sollten die Gelegenheit nutzen und Herrn Kirchner an seine Versprechen erinnern.

Das Argument bei einer Grossbaustelle Geld sparen zu wollen, wird in Berlin im Schatten von BER keinen mehr überzeugen können.

Aus “Blitz-Variante” muss eine tragfähige Variante werden!

Ein besserer Start ins neue Jahr wäre eine offene Diskussion an einem Runden Tisch. Dort sollten alle möglichen Planungsalternativen mit den Betroffenen diskutiert werden und eine tragfähige Alternative gefunden werden, die “die Interessen von Anwohnern, Parkbesuchern und Gewerbetreibenden mit den ökologischen Zielen in Übereinklang bringt”.

Es wäre schade dieses Ziel mit einem Schnellschuss zu torpedieren.

In der Presse:
Stadtrat kippt Mauerpark-Pläne – BILD 1.1.2014
Im Mauerpark feiert bald der Tunnelbohrer – BZ 2.1.2014
Baulärm demnächst auch im Sommer – Die Welt 3.1.2014
Mauerpark auch im Sommer Baustelle – Morgenpost 3.1.2014
Ärger über Tunnel im Mauerpark – ND 4.1.2014
Der Mauerpark: 5 Winter, 3 Millionen und 1 Tunnel – PBN 9.1.2014
Mauerpark wird 2 Jahre zur Baustelle – Berliner Zeitung 10.1.2014
Neue Pläne für Wasserspeicher – Berliner Woche 10.1.2014
Mauerpark von unten – Berliner Abendblatt 17.1.2014

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von Alexander Puell
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