Jahnsportpark: Inklusion bedeutet Bürgerbeteiligung

von Mauerpark Redaktion am 27. Februar 2020

Die Freunde des Mauerparks e.V. begrüßen ausdrücklich, dass die Senatsverwaltung eine informelle Sportnutzung, den Breitensport und vor allem Inklusion an diesem Standort verstetigen und stärken will.

In Zusammenhang mit der aktuellen Online-Befragung ist eine Machbarkeitsstudie, die den bisherigen Planungen zugrunde liegt, mit veröffentlicht worden. Wir sehen darin einen wichtigen ersten Schritt zu mehr Transparenz. Leider ist die Studie für ein Fachpublikum geschrieben und für die breite Öffentlichkeit nicht gut verständlich. Wir bitten darum, im Sinne einer echten Beteiligung der Bürger bei den weiteren Planungsschritten auf Verständlichkeit zu achten. 

Mit völligem Unverständnis nehmen wir zu Kenntnis, dass die Sportverwaltung bei der Planung des neuen Zweitliga Fußball tauglichen Stadions im Gegensatz zum restlichen Sportpark bisher kein Beteiligungsverfahren anstrebt, ja sogar einen privaten Betreiber in Betracht zieht.

Die Online-Umfrage nimmt keinerlei Bezug auf die aktuellen Pläne zum großen Stadion, obwohl die möglichen Auswirkungen auf die Nutzer des Sportparks und die Auswirkungen auf die Nachbarschaft ganz wichtige Aspekte sind. 

Über den Sinn und Unsinn dieses Stadions möchten Sportverwaltung und -funktionäre anscheinend ganz allein bestimmen. Sie fühlen sich offensichtlich auch bislang nicht bemüßigt, die Kriterien und Erwägungen für den Standortwahl öffentlich darzulegen.

Die Frage, ob ein neues Stadion in der geplanten Größe an diesem Standort sinnvoll bzw. planungsrechtlich überhaupt möglich ist, muss geklärt werden, bevor das historische Stadion angerissen werden kann. Diese wichtige Frage richtet sich an die gesamte Stadtgesellschaft, nicht nur an einen kleinen Kreis aus Sportverwaltung und -funktionären.

Wir werden diese Hinterzimmerpolitik nicht akzeptieren und uns aktiv für eine umfangreiche Bürgerbeteiligung auch beim großen Stadion einsetzen.

Die Freunde des Mauerpark e.V. fordern:

  • Nachhaltigkeit darf in unserer Stadt nicht nur Lippenbekenntnis sein. Der Erhalt des wertvollen Baumbestandes muss zum Schutz des Stadtklimas und der Artenvielfalt bei allen Planungen hohe Priorität haben. Alle Nachhaltigkeitsaspekte müssen transparent berücksichtigt werden.
  • Bei allen weiteren Planungsschritten und Bauabschnitten müssen die Anwohner aktiv eingebunden werden. Eine umfangreiche und transparente Bürgerbeteiligung bei der Neugestaltung des Jahn-Sport-Parks – auch für das große Stadion ist zwingend erforderlich.
  • Jegliche kommerzielle Nutzung des Sportparks muss ausgeschlossen sein, das große Stadion darf nicht an einen privater Betreiber gehen.

 

Weitere Informationen:

 

In der Presse:

Anwohner wollen Bäume retten – Tagesspiegel 16.3.20
Fallen im Jahn-Sportpark bald die Bäume? – RBB24 10.03.2020
Jede Menge Zoff ums neue Jahn-Stadion – Berliner Abendblatt 5.3.
Wladimir Kaminer kämpft für die Bäume – Berliner Zeitung 29.2.20
Die Baumschützer von Prenzlauer Berg – PBN 28.2.20
Senat verteidigt Fällungen im Jahn-Sportpark – Tagesspiegel 27.2.20
Wladimir Kaminer gegen Rodung im Jahn Park – Morgenpost 26.2.20
Protest gegen Abholzung – Tagesspiegel 20.2.20

 

 

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