Über 15 Jahre Engagement

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15 Jahre Engagement für die Wertschätzung und Fertigstellung des Mauerparks als gartenkulturelles Symbol und lebendiger Beweise des Zusammenwachsens und Zusammenlebens über die ehemalige deutsche und europäische Grenze des Kalten Krieges hinweg.

Unser Verein Freunde des Mauerparks engagiert sich seit 15 Jahren für zwei wesentliche Aufgaben im Mauerpark in Berlin-Prenzlauer Berg:

Der Erhalt und die Entwicklung der Artenvielfalt sowohl von Pflanzen als auch von unterschiedlichen Menschen und Nutzungen im Mauerpark auf dem ehemals trostlosen Todesstreifen durch freiwillige Pflege der Grünanlage und Betreuung von Patenbäumen. Dabei hat sich im Laufe der Jahre eine Zusammenarbeit mit zuständigen Ämtern entwickelt, die durch die Vereins-Grundsätze des behutsamen Umgangs mit der Vegetation des Parks aber auch Eingehens auf die Probleme der Park-Nutzung geprägt ist. Die Freunde des Mauerparks verstehen sich als Mediatoren und Gedächtnis des Parks.

Das aktive politische Engagement für die Fertigstellung des Parks. Der vom Landschaftsarchitekten Professor Gustav Lange entworfene und 1994 eingeweihte Park auf ehemaligem Grenzgebiet der DDR ist in seiner jetzigen Form erst zur Hälfte fertiggestellt. 1999 wurde auf senatspolitischer Ebene entschieden, das notwendige Areal für die weiteren Bauabschnitte nicht zu erwerben. Seit 2004 in Reaktion auf ein Beteiligungsverfahrens engagiert sich unser Verein gegen die Bebauung des potenziellen Parkgrundstückes in vielfältiger Form durch Teilnahme an Moderationsverfahren, Pressearbeit, Information der Parknutzer, Aktionen wie Mauerpark erleben, Schaffung eines Weges über den Gleimtunnel/Gleimstraße und Patenbaumpflanzungen in Kooperation mit dem BUND Berlin sowie die Unterstützung von anderen Initiativen und Unternehmungen im und am Park. Wir haben zum Beispiel den Flohmarkt am Mauerpark, den Mauergarten und die Freiluftclubs wie den Mauersegler als atmosphärisch willkommene Bereicherung am Mauerpark unterstützt und für die Integraton in das Mauerparkkonzept vorgeschlagen.

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Wir haben schon vor 10 Jahren begonnen unser geduldiges, kontinuierliches Engagement zu einer, die politischen Entscheidungen beeinflussenden Größe zu gestalten, um wechselnden parteipolitischen Entscheidungen eine stadtplanungsstrukturelle Konstante entgegenzusetzen. Dieses ist unser innovativer Ansatz, indem wir Leitlinien für basispolitisches Verwaltungshandeln aufzeigen durch unsere persönliche Kennerschaft des Ortes und der Akteure.

Das Besondere an unserem Konzept ist es, die Fertigstellung nicht als statische Forderung durchzusetzen, sondern gerade die Veränderungen der Randbedingungen und des reichen kulturellen und jugendgeprägten Lebens in die Planung einzubeziehen. Dazu knüpfen wir zu allen beteiligten politischen, planenden und soziokulturellen Institutionen und Gruppen Kontakte und tauschen Ideen aus in Abstimmung mit dem Planer des Parks, Professor Lange. Ziel ist es, einen fertiggestellten Mauerpark mit einer noch größeren Vielfalt an Nutzungen zu bekommen, der auch Raum läßt für kommerzielle parkverträgliche Nutzungen wie Flohmarkt, Marktplatz, Indoor-Spielplatz, Fahrrad-Touristen-Station und vor allem bisher nicht in Parkanlagen zu integrierende Freiräume wie Kindermitmachzirkus, Naturerfahrungs-spielräume,u.V.m.

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Der vielfältige Bestand von schon vorhandener Vegetation und die geschichtlichen Spuren des ehemaligen Güterbahnhofes und des späteren Grenzbereichs sind für uns unbedingt erhaltenswert und so setzen wir uns dafür ein, dass sie in die weitere Planung einbezogen werden, so daß die Fertigstellung des Parks mit sparsamen Mitteln umso nachhaltiger seine Wirkung entfalten kann. Der ganze Mauerpark mit minimalem Pflegaufwand und maximaler Nutzungsvielfalt unter Einbeziehung unseres Engagements wäre Modellhaft für andere Innenstädte.

Der Einsatz für den fertiggestellten Park hat gerade an dieser Stelle auch den wichtigen Grund, das durch die seit 2006 baurechtlich mögliche, verdichtete Bauweise in den umliegenden Stadtvierteln mit einer steigenden Einwohnerzahl zu rechnen ist. Bei prognostizierten steigenden Temperaturen in den Sommerhalbjahren wird im Gegensatz dazu dem Erhalt von schon jetzt eingewachsenen Vegetationbeständen als Lufttaustausch-und Erholungsräumen eine immer größere Bedeutung zukommen.

Von 1999 bis 2004 war der Verein als Freundeskreis Mauerpark aktiv und hat in diesem Zeitraum durch das besonder Engagement von Bodo Schliefke ein sehr gutes Verhältnis zu den Akteuren der Bezirksverwaltung aufgebaut, von den Durchführungsbeauftragten für das Quartiersmanagement S.T.E.R.N. bis hin zum Umweltstadtrat und späteren Bürgermeister des Bezirkes Pankow, Matthias Köhne. Herr Schliefke bekam im Rahmen dieser Arbeit 2005 den Pankower Preis für ehrenamtliches Engagement. Durch die Förderung des Vereins ab dem Jahre 2005 durch den Kiezfond konnte die Eigenwerbung in Form einer professionellen Website und durch Faltblätter wesentlich verbessert werden. Es konnte aus Mitteln des Kiezfonds ein Lastenrad angeschafft werden, welches bei der Pflege des Parkes zum Einsatz kommt und als mobiler Informationsstand bei Veranstaltungen. Die Vereinsarbeit konnten wir besonders durch die Talente der Mitglieder und deren fachlichen Input als ernstzunehmende Größe in der Öffentlichkeit und der bezirkspolitischen Landschaft plazieren. Besonders in den letzten Jahren hat eine große Anzahl von Presseberichten, Interviews, Filmdokumentationen, universitären Projekten u.a. über die Aktivitäten und Standpunkte unseres Vereins berichtet bzw. Wissen und Ressourcen des Vereins genutzt.

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von Mauerpark Redaktion


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