Exerzierplatz

Entstehung eines Exerzierplatzes

Im Jahr 1825 verkaufte Griebenow einen großen Teil des Gebiets an das preußische Militär, das dort für das Kaiser-Alexander-Regiment einen Exerzierplatz anlegte.

Aufgrund einer auf dem Exerzierplatz gewachsenen einzelnen Pappel (heute in der Topsstraße), erhielt er im Volksmund den Namen „Exerzierplatz zur einsamen Pappel“. Bei den Märzunruhen im Jahre 1848 erlangte der Exerzierplatz am 26. März 1848 beachtliche Bekanntheit: Eine für das damalige Berlin riesige Menschenmenge bis zu 20.000 Arbeitern demonstrierten hier Forderungen an den preußischen König: Geregelte und kürzere Arbeitszeit, höhere Arbeitslöhne an Sonn- und Feiertagen und Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Die Nutzung des Geländes als Exerzierplatz für die kaiserliche Armee zog sich bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts. Der Platz wurde auch immer häufiger zu schulmäßigen und vereinsmäßigen Leibesübungen genutzt, da es dem dichtbevölkerten Bezirk an entsprechenden Freiflächen fehlte. Mit der zunehmenden Popularität des Fußballs auch in Arbeiterkreisen fand am 18. April 1892 auf dem Exerzierplatz ein Spiel zwischen der Berliner und der Dresdner Stadtauswahl statt, bei dem die Berliner 0:3 unterlagen. Im selben Jahr wurde im Juli auch der Fußballclub Hertha BSC gegründet, dem der Exerzierplatz Einsame Pappel viele Jahre als Spielstätte diente.

Um 1900 war die Gegend um den Exerzierplatz bereits dicht bebaut, sodass dieser stark von den Anwohnern – meist Angehörigen des Proletariats – frequentiert wurde. Immer häufiger klagten Anwohner und Polizei gegenüber dem Polizeipräsidium über untragbare Zustände auf dem Gelände, zu dem jedermann Zutritt hatte. Der Plan des Militärs, den Exerzierplatz mit einer Mauer einzufrieden, scheiterte jedoch, da die Stadt die Kosten für deren Bau nicht übernehmen wollte. Als die Klagen aber nicht endeten, erklärte sich 1910 das Kriegsministerium bereit, einen Teil des Exerzierplatzes zu veräußern. An der Immobilie hatten zwei Parteien Interesse: Einerseits die Preußische Staatseisenbahn, die das Gelände des Alten Nordbahnhofs erweitern wollte, andererseits die evangelische Kirche, die das Fürsorgehaus Erich-Frommel-Heim von der Schönhauser Allee gen Westen erweitern wollte. Letztendlich kaufte nach Zustimmung der Stadtverordneten im Juni 1911 der Berliner Magistrat 1912 für 6,5 Millionen Mark den östlichen Teil des Exerzierplatzes vom Militärfiskus, wo ein Spiel- und Sportpark angelegt werden sollte. Den Auftrag zur Planung erhielt der städtische Gartendirektor Albert Brodersen. Die Nutzung des Exers als Sport- und Spielstätte war fortdauernd, nur während der beiden Weltkriege diente das Gelände vorübergehend auch militärischen Zwecken. Nach dem Ersten Weltkrieg errichtete man außerdem Kleinkolonien und Baracken, die das Erscheinungsbild des Geländes bis nach dem Zweiten Weltkrieg prägten.

Umgestaltung in eine Sportanlage 1951

Im Jahr 1951 wurde anlässlich der III. Weltjugendfestspiele in nur wenigen Monaten der neue Berliner Sportpark samt Stadion Einsame Pappel nach den Plänen des Architekten Rudolf Ortner errichtet. Die westliche Rückseite des Stadions, an der eine aus Trümmerbergen aufgeschüttete Böschung das Gelände einfasste, bildete zugleich die Grenze zwischen der sowjetischen und französischen Besatzungszone, später damit auch die Staatsgrenze.

Der Sportpark lag auf dem Staatsgebiet der DDR. Sein Ausbau war Teil des Nationalen Aufbauwerks. Aufbaubrigaden der FDJ und freiwillige Arbeitskräfte beteiligten sich an Aufbausonntagen an den umfangreichen Aufräumarbeiten, die u. a. die Beseitigung von Kriegstrümmern beinhalteten. Anlässlich des 100. Todestags von Friedrich Ludwig Jahn erhielt der Sportpark 1952 seinen heutigen Namen und in den Jahren 1986 und 1987 wurde das Stadion komplett saniert.

Quelle: Wikipedia

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von Alexander Puell
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