
Am 20. März ist Welt-Spatzen-Tag. Der Aktionstag lenkt unseren Blick auf den Haussperling, einen der bekanntesten Stadtvögel überhaupt, dessen Bestände vielerorts unter Druck geraten sind. Auch in Berlin ist zu beobachten, dass der Spatz in verdichteten Stadtquartieren immer seltener wird.
Im Mauerpark und seinem Umfeld lässt sich diese Entwicklung auch gut erkennen. Spatzen brauchen naturnahe Strukturen wie Hecken, Gebüsche, alte Bäume, Nischen und ruhige Brutplätze. Genau solche Lebensräume gehen im urbanen Raum jedoch oft verloren, wenn Flächen versiegelt, vereinfacht oder zu intensiv gepflegt werden. Für die Tiere bedeutet das weniger Schutz, weniger Nahrung und weniger Möglichkeiten zur Fortpflanzung.
Umso wichtiger ist unser Engagement am Falkplatz. Dort arbeiten wir mit großem Einsatz für den Artenschutz und an einem Modellprojekt für Animal Aided Design. Dieser Planungsansatz berücksichtigt die Bedürfnisse von Tieren bereits bei der Planung und Gestaltung von Grün- und Stadträumen. So entstehen Orte, die nicht nur für Menschen attraktiv sind, sondern auch für Vögel und andere wildlebende Arten Lebensraum bieten.
Der Falkplatz zeigt, wie Stadtentwicklung und Naturschutz zusammen gedacht werden können. Mit einer ökologisch sensiblen Gestaltung und einer passenden Pflege kann ein öffentlicher Raum zu einem wichtigen Rückzugsort für die Stadtnatur werden. Gerade für Spatzen, die auf dichte Strukturen und ein vielfältiges Umfeld angewiesen sind, ist das von großer Bedeutung.
Der Blick auf den benachbarten Jahnsportpark macht zugleich deutlich, wie es nicht funktioniert. Dort zeigen die massiven Bau- und Rodungsmaßnahmen sehr drastisch, welche Folgen überzogene Eingriffe in Natur und Lebensräume haben können. Für Spatzen und andere Arten gehen dabei Brutplätze, Rückzugsräume und wichtige Strukturen unwiederbringlich verloren.
Der Jahnsportpark ist damit ein deutliches Beispiel dafür, dass Artenschutz nicht als lästiges Hindernis gesehen werden darf und erst nachträglich und lustlos umgesetzt werden darf. Wenn große Bauvorhaben Lebensräume zerstören, bevor tragfähige Lösungen geschaffen sind, wird aus dem Anspruch auf Nachhaltigkeit schnell ein leeres Versprechen.
Der Welt-Spatzen-Tag sollte uns also daran erinnert, dass Artenschutz nicht nur in Schutzgebieten wichtig ist. Auch (Sport-) Parks spielen eine entscheidende Rolle. Der Mauerpark mit dem Falkplatz können hier ein positives Beispiel sein, wenn ökologische Rücksicht konsequent mitgedacht wird.
Foto: Hartmut Bräunlich
