Freunde des Mauerparks e.V.

workshop-stauraum

Mit dem Workshop am 11.12.2014 ist geglückt, was zuvor in zwei Anläufen im Format der reinen Informationsveranstaltung nicht gelingen wollte. Die Berliner Wasserbetriebe, Senatsverwaltung und Bezirksamt konnten sich auf Augenhöhe mit den betroffenen Bürgern über die sachlichen z.T. komplizierten Aspekte austauschen. Die BWB haben sechs Varianten der Planung ausführlich erläutert, die anwesenden Initiativen und interessierten Bürger konnten direkt zu den Planungen ihre Meinung einbringen und Nachfragen stellen.

Leider konnten an diesem Abend nicht alle wichtigen Fragen beantwortet werden und bedauerlicher Weise wurde an diesem Abend von offizieller Seite kein Protokoll verfasst. Im Folgenden möchten die Freunde des Mauerparks ein summarisches Protokoll anbieten, dass den Abend knapp und sachlich zusammenfasst:

 

Mauerpark-Eingangsbereich Eberswalderstr./Schwedterstr.

Der Eingangsbereich in den Mauerpark ist ein sensibler Bereich, an dem die Mehrzahl der bis zu 50.000 Besucher den Park betritt und verlässt. Die Vegetation vor Ort ist stark beansprucht. Die Pappeln sind ein wichtigen Bestandteil des Mauerparks

Fragen

  • Wie groß ist konkret die Größe des geplanten Eingangsbauwerks inkl. Baucamp u.  Baustellenverkehr?
  • Muss vor der Übergabestelle des Mischwasserkanals (Oderbergerstr.) noch eine Vortriebsgrube jenseits der Eberswalderstr. eingerichtet werden?

Zielstellung

  • Gewährleistung des Zugangs zum Park, Minimieren der benötigen Flächen und Eingriffe in die Vegetation



Kreuzungsbereich Gleimstr. / Schwedterstr.

Der Kreuzungsbereich Gleimstr. / Schwedterstr. ist ein neuralgischer Punkt für das Gleimviertel. Zum einen ist die Wegeverbindung durch den Gleimtunnel die einzige Verbindung ins Brunnenviertel und eine wichtige Verkehrsachse. Zum anderen ist die Schwedter Str. die einzige Zufahrt zum Aldi-Markt. Alternative Wegeführungen würden die Bewohner der Kopenhagener Str. und die Nutzung des Kinderbauernhofes stark beeinträchtigen.

Fragen

  • Wie ist die genaue Lage und Größe der geplanten Bauwerke unterhalb der Gleimstr. und Schwedter Str.?
  • Wo verläuft der geplante zweite Kanal unter der Gleimstr (aus Richtung Schönhauser Allee?
  • Ist das Zielbauwerk von der Straße auf benachbarte Flächen verschiebbar?
  • Wie kann der Autoverkehr durch Veranstaltungen in der Max-Schmeling-Halle und im Friedrich-Jahn-Stadion aus dem Viertel herausgehalten werden?

Zielstellung

  • Minimierung der Verkehrsbelastung und Gefahrenpotentiale (Kinderbauernhof)

 

Zeitlicher Verlauf der Bauarbeiten

Durch zeitlich miteinander verknüpfte Bauarbeiten werden sowohl Gefahren als auch Synergien gesehen. Eine Planung, die Rücksicht nimmt auf weitere Baustellen in der Umgebung, scheint sinnvoll.

Fragen

  • Ist eine zeitgleiche Baumaßnahme Stauraum- und Mischwasserkanal in der Gleimstr. geplant?
  • Wie kann eine zeitparallele Durchführung beider Baumaßnahmen sichergestellt werden?
  • Wie wird einem Verkehrskollaps in der Gleimstr. durch eine zeitgleiche Sanierung der Bösebrücke und der Stauraumkanalbau vorgebeugt?

Zielstellungen

  • Minimierung der Verkehrsbelastung und eine zügige Fertigstellung aller Bauarbeiten
  • Beendigung der Bösebrückensanierung vor Beginn des Stauraumkanalbaus

 

Lage eines Speichers im bestehenden Mauerpark (Pankow)
oder auf  Mauerpark-Erweiterungsfläche (Mitte)

Neben den bereits intensiv genutzten Mauerparkflächen findet die Planung der Erweiterungsflächen in der Bürgerwerkstatt statt. Diese Flächen sind zur Zeit größtenteils Brachflächen, die in den nächsten Jahren gestaltet werden sollen. Bauarbeiten und Bauverkehre sind auf der neuen Fläche für Parknutzer erheblich unproblematischer.

Fragen

  • Ist der Speicher lagemäßig von der „Grenzstr.“  nach Ost- oder West verschiebbar?
  • Welche Varianten der Linienführung des Rohrzu- und -ablaufs gibt es?
  • Kann man bei wesentlich kleinerem Rohrquerschnitt nicht doch auf kleiner dimensionierte Vortriebsgruben kommen?
  • Welche Varianten der Verlegung des Anschlusspunktes Richtung Westen im Tunnel oder im Brunnenviertel sind denkbar?
  • Welche Führung der Rohre ist dann vorzusehen?
  • Wie ist die vorübergehende Verlagerung der Landnahmebäume möglich?

Zielstellungen

  • Vermeidung der Sperrung des Mauerpark-Eingangsbereichs an der Ebernswalder Str.
  • Vermeidung der Schließung der Schwedterstr. an der Kreuzung mit Gleimstr.

 

Verkehrsplanung während der Durchführung
Kompletter Rückbau nach Bauarbeiten

Viele Bürger haben die Befürchtung, dass auch nach dem Abschluss der Bauarbeiten Beeinträchtigungen bleiben, z.B. die Sackgasse der Kopenhagener Str. nicht wieder geschlossen und Schäden an der Vegetation im Mauerpark nicht behoben werden.

Frage

  • Wie können schon vor der Festlegung auf eine Planungsvariante alle verkehrlichen Aspekte berücksichtigt werden, die in die Auswahl der Variante und in die weitere Planung einfließen.

Zielstellungen

  • Zügige und nicht nachgängig zur technischen Stauraumplanung erfolgende Erarbeitung eines Verkehrskonzepts v.a. für das Gleimviertel.
  • Berücksichtigung der kritischen Situationen während Veranstaltungen im Jahnsportpark und der Max-Schmeling-Halle sowie dem Moritzhof.
  • Minimierung der pflanzlichen u. baulichen Eingriffe im Parkeingangsbereich.
  • Wiederherstellung des Ursprungszustandes und, wo nicht möglich, Mittel für zusätzliche Gestaltungsleistungen. Im Falle vorübergehender Nutzung der Kopenhagenerstr. während der Bauzeit rücksichtsvolles Handling wegen des Zugangs zum Moritzhof (Kinder). Garantierte Wiederherstellung  von betroffenen Straßen und dem Wohnumfeld.

 

Die oben genannten Fragen gilt es nun sachlich und fundiert zu beantworten. Für weitere Anregungen und Ergänzungen werden wohl alle Parteien offen sein.

Bei der Beantwortung der Fragen und bei der weiteren Planung sollten neben der bisherigen Vorzugsvariante der BWB auch die Alternativen unvoreingenommen beleuchtet werden. Eine Problematisierung bestimmter Varianten macht andere Varianten nicht glaubwürdiger oder attraktiver.

Nur wenn es gelingt, die verschiedenen Vorteile der Varianten und Ansätze mutig zu verbinden, wird eine Gesamtlösung möglich, die alle Bedürfnisse und Rahmenbedingungen vereint.