Freunde des Mauerparks e.V.

Dirk Kurbjuweit geht in der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe auf Spurensuche: Was ist Heimat?

Ein Stück Heimat für die Berliner ist der Mauerpark – er ist Symbol für Toleranz und Subkultur, er zeigt auch in Zeiten fortgeschrittener Gentrifizierung noch wofür Berliner Kultur steht und international geschätzt wird.

Der Berliner Mauerpark, der rein äußerlich wenig mit einem klassischen Park gemeinsam hat, wird gerade wegen seiner kulturellen Vielfalt von vielen Menschen geschätzt und gerne mit Parks wie dem Londoner Hide Park und dem Central Park in New York verglichen.

Auch wenn der Mauerpark auf lokaler wie internationaler Ebene viele Freunde hat, die politischen Führungsetagen in Berlin nehmen wenig Notiz vom Potential und der Anziehungskraft des Mauerparks.

“Be Berlin”, ein Slogan der senatseigenen Tourismusförderung und zielt auf den viel beschriebenen Berliner Charme. Eine Förderung der beworbenen Standorte erfolgt aber nicht. Die Touristen werden in die Kieze der Stadt geschickt und dort allein gelassen. Allein gelassen werden auch die Bürger und Bezirke – an den Einnahmen durch den Tourismus profitieren nur wenige, die Kosten tragen aber alle (Beispiel Müll).

Auch um die längst überfällige Erweiterung des Mauerparks hat sich die Senatsverwaltung lange herumgedrückt. Obwohl Bürger und Bezirke auf lokaler Ebene seit über zwanzig Jahren um die Fertigstellung des Mauerparks ringen, aus den hohen Senatskreisen vernimmt man nur eisernes Schweigen.

Bürgermeister und Senat kümmern sich lieber um Millionen schwere Kunsthallen, Bibliotheken und Großprojekte, die die leeren Landeskassen zwar schwer belasten, aber den Berlinern nicht viel bringen werden. Schlimmer noch: diese Projekte beschleunigen das Sterben der Berliner Subkultur. In diesem Kontext ist “be Berlin” reinster Zynismus.

Der Mauerpark ist eine Chance für ganz Berlin.

Der Berliner Mauerpark ist nicht nur Heimat für die Berliner. Der Berliner Mauerpark ist ein Mekka für Menschen aus der ganzen Welt geworden.

Möge in den Etagen der Senatsverwaltung die aktuelle Ausgabe des SPIEGELs ein paar Augen geöffnet haben. Wenn Verwaltung und Politik auf Berliner Landesebene sich gemeinsam für den Mauerpark einsetzen, steht einer Fertigstellung kein Stein mehr im Weg. Der erste Anstoß des Staatssekretärs Christian Gaebler (SPD) vom Stadtentwicklungsressort, einen Teil der südlichen Parkfläche für das Land anzukaufen, ist zu begrüßen. Es reicht aber nicht: Es muss zu einer Ankauflösung für die gesamte Erweiterungsfläche kommen. Hier ist das Land zur Offensive herausgefordert, denn so preiswert wird er selten wieder ein touristisches Highlight in der Stadt frei Haus serviert bekommen!