Freunde des Mauerparks e.V.

Mit der am 15.11.2011 gefällten, über 20 Meter hohen Kastanie an der Rundbank verschwand einer der ältesten Bäume auf dem Falkplatz.

Seit annähernd 100 Jahre war die Kastanie ein Zeugnis für den Beginn der Geschichte der Grünanlage vor genau einhundert Jahren, sie war eine standhafte Zeitzeugin in den Zeiten des zweiten Weltkriegs und der Teilung Deutschlands.

Der majestätische Baum war nach Einschätzung des Amts für „Umwelt und Natur“ durch einen aggressiven Holz zerstörenden Pilz stark in Stand- und Bruchsicherheit „gefährdet“.

Die Fällung kam für Anwohner und Parkbesucher überraschend – entsprechend verständnislos und traurig sind die Reaktionen: Kerzen und Blumen säumen den Baumstumpf und die verwaiste Rundbank.

Bevor die Pflanzung eines neuen Baumes an alter Stelle durch das Grünflächenamt erfolgen kann, werden Anwohner, Parknutzer und Grünflächenamt an einem Rundem Tisch zusammen kommen müssen, um über ihren Ärger und Frust zu sprechen. Mit frischem Blick nach Vorne und passender Auswahl eines neuen, adäquaten Baumes kann dann die Geschichte des Falkplatzes im nächsten Frühjahr fortgesetzt werden.

Für uns als Freunde des Mauerparks ist es wichtig, an dieser Stelle wieder Dinge zu verknüpfen, die in Vergessenheit geraten zu sein scheinen:

Die Verbundenheit der Anwohner mit dem Falkplatz, die Geschichte der Parkanlage mit deren ursprünglicher Qualität und ein wieder herzustellendes Vertrauen zwischen Ämtern und Bürgern.

Die Bürger trauern – weitere Eindrücke und Informationen:
www.facebook.com/falkplatz.baum

Eine kurze, chronologische Übersicht zum Falkplatz:

  • 1908 erster Entwurf der Stadtbauinspektion
  • 1911/13 veränderter Entwurf durch Gartendirektor Albert Brodersen ausgeführt in zwei Bauabschnitten
    Die gefällte Kastanie war ein Baum von einer Gruppe, die den Nord-Süd- verlaufenden Mittelweg rahmte
  • 1935 Veränderung von Sitzplätzen und Wegeführung durch Gartenamtsleiter Paul Mittelstädt
  • 1954-56 Erneuerung des Platzes und Einbau einer Plansche durch Entwürfe von Helmut Kruse und Ausführung durch Hochbauabteilung I, Grünanlagenbau
  • 1961 Verkleinerung durch Bau der Grenzanlagen entlang der Schwedter Straße
  • 1973 Umgestaltung der verbliebenen Parkanlage durch das Stadtgartenamt
  • 1990 Pflanzung von Bäumen auf dem ehemaligen Grenzstreifen-Bereich durch Anwohner- Initiative aus dem Gleimviertel
  • 1997 teilweise Neuanlage des westlichen Falkplatzes im Zusammenhang mit dem Bau der Max-Schmelig-Halle und der Regenwasser-Versickerungsanlage