Serie urbaner Grünobjekte

von Mauerpark Redaktion am 20. Juli 2007

Warum die Aktion ‚Serie urbaner Grünobjekte‘ hier im Mauerpark ?

Grasmöbel

Früher befand sich hier ein Güterbahnhof, dann die Grenze zwischen Ost und West.
Nach dem Fall der Mauer entwickelt sich erste Spontanvegetation, Anwohner pflanzen Bäume am Falkplatz.

Anfang der Neunziger Jahre wurde der Mauerpark als Erholungsfläche für die Bewohner von Prenzlauer Berg und Wedding geplant, als grüne Brücke zwischen Ost und West. Anders als traditionelle Grünanlagen ist der ehemalige Todesstreifen bewusst sparsam gestaltet; inmitten dicht bebauter Wohngebiete genießt man hier die Weite des Horizonts.

Die Allianz Umweltstiftung förderte das Projekt mit 2,4 Mio. Euro unter der Auflage, dass der Mauerpark bis zum Jahr 2010 mindestens 10 Hektar umfasst. Eine große Freifläche im Zentrum der Stadt ist ein Gewinn an Lebensqualität für die Anwohner und unentbehrlich für das Stadtklima.

Bisher sind allerdings nur die beiden östlichen von insgesamt vier Abschnitten fertiggestellt; die westlichen Flächen sind derzeit noch an Gewerbetreibende vermietet, obwohl sie im Flächennutzungsplan als Grünfläche ausgewiesen sind. Der Senat beabsichtigt, die Flächen zur Bebauung freizugeben; eine dazu notwendige Änderung des Flächennutzungsplans stößt 2004 auf großen Widerstand – die Entscheidung wird verschoben, ein Moderationsverfahren wird eingeleitet.

Aus dieser Sackgasse meinte die Bezirksstadträtin von Mitte, Dorothee Dubrau (B90/Grüne), sich befreien zu können, in dem sie mit der Vivico einen Deal abschloss: „Ihr gebt uns noch ein Streifen für den Park, damit wir auf die mit der Allianz-Stiftung vereinbarte Fläche kommen, wir geben Euch dafür das von euch angestrebte höhere Baurecht“.

Der Verein Freunde des Mauerparks e.V. will hingegen erreichen, dass der Mauerpark wie geplant fertig gestellt wird. Aufgrund der drohenden Veränderung der ursprünglichen Planung setzen er sich verstärkt für eine kostengünstige Realisierung des noch fehlenden Parkgeländes auf der Weddinger Seite ein.

Dabei arbeiten sie mit Bürgerinitiativen, Firmen und Behörden eng zusammen.
Die vertrauensvolle Mitarbeit bei der Gestaltung und Organisation des Kiezlebens ist neben der direkten Tätigkeit für den Mauerpark eine der Hauptbedingungen für die Erfolge der Arbeit.

Die Visionen

  • Der Mauerpark soll ein echter Stadtpark inmitten Berlins werden, in dem sich gleichermaßen die Anwohner, alle Berliner und Touristen wohl fühlen können.
  • Die Verwirklichung eines die Stadtbezirke verbindenden Grünzugs auf dem ehemaligen Mauerstreifen soll endlich Wirklichkeit werden.

Grünflächen in der Stadt sind unbedingte Lebensqualität für Alle!

Daran knüpft die Initiative ‚Serie urbaner Grünobjekte‘ an:
Ein offenes Wohnzimmer, eingerichtet mit Grasmöbeln lädt die Menschen zum Verweilen auf dem Gelände ein.

Es geht darum, diesen Grünraum als Grünfläche zu etablieren, nutzbar und anschaulich zu machen. Die Objekte, die im Rahmen dieser Aktion entstehen sollen auch möglichst resistent gegen nicht zielgerechte Nutzung sein, sollen wasserspeichernd sein und vor allem nutzbar und anwendungsorientiert.

Begonnen wurde die gesamte Aktivität am 6. Mai 2007 mit einem ‚discursive picnic‘ der Gruppe UNWETTER.

Über den gesamten Sommer gibt es regelmässige Veranstaltungen, darüber hinaus soll die Initiative weitere Menschen anregen, aktiv zu werden, den Park zum Park machen, so groß wie er gebraucht wird !

Das Projekt wird durchgeführt von workstation ideenwerkstat berlin e.V.
und unterstützt von vielen:

  • Kunst-Stoffe – Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien3
  • anstiftung gGmbH4
  • Freunde Des Mauerparks e.V.5
  • Galerie NewYorkRioTokyo6
  • www.urbanacker.net
  • u.v.m.

urbaner Kartoffelacker
der urbane kartoffelacker erlaubt eine vertikal ausgerichtete kultivierung von kartoffeln:

sobald die kartoffelpflanzen aus dem boden kommen, wird vorsichtig weiterer oberboden auf die spriessende kartoffelpflanze gehaeufelt, so wird das wachstum nach oben gebremst, die kraft des wachstums richtet sich also ins erdreich, also die knollenerzeugung.
so wird reifen um reifen aufgesetzt, meist in einer wachstumsperiode bis zu fuenf.
die autoreifen speichern in der ausbuchtung des luftschlauches wasser, was beim aufsetzen des neuen reifens eingegeben wird. so beinhaltetet der reifen gleich einen wasserspeicher fuer trockenere zeiten.

die kartoffeltuerme sind ein beispiel fuer nahrungsmittelerzeugung auf minimalstem raum, unabhaengig von bodenqualitaet (der boden wird in guter qualitaet in schichten vor dem pflanzen aufgebaut: mulch, mist, reisig, cet-0-boden,etc)

die ausgedienten reifen als pflanzbehaelter ergeben sich aus dem urbanen raum, werden weiterverwendet, haben qualitaeten wie den wasserspeicher, die stapelbarkeit, das heranrollen koennen, usw.
fraglich hingegen sind die moegliche kontaminierung der nahrungserzeugnisse durch den reifen selbst sowie die aesthetik der pflanzbehaelter selbst. im rahmen des workshops ist es erwuenscht, diese pflanz-/anbauform weiterzuentwickeln.

grasmoebel
grasmoebel wachsen im stadtraum raumfuellend als nutzbare sitzgelegenheiten.
sie sind gemuetlich, natuerlich und beduerfen nur der ueblichen rasenpflege: etwas waessern, bei bedarf mal die halme schneiden …

pflanztuerme
stehen im stadtraum, entstehen aus im stadtraum befindlichen materialien und erlauben die nahrungsmittelkultivierung inmitten fusslaeufiger gebiete, da sie sich vom boden abheben. so sind sie auch recht gut gegen wildes urinieren oder aehnliche nicht zielgerechte nutzungen geschuetzt.

Zwecks der Bewässerung soll noch ein Rammbrunnen gebohrt werden um so vom Niederschlagunabhängiger zu werden. Die gesamte Initiative wird begleitet durch Treffen zum Wissenstransfer, Filmabenden oder Feiern und Festen .

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