Ganz klar: JA zum Regenbogen und Nein zu TXL

von Karin Weigang am 20. August 2017

Danke für Ihr JA zum Regenbogenspielplatz und für Ihr Nein zu TXL

Liebe Leser*innen, sicherlich fragen Sie sich schon, was TXL mit einem Spielplatz zu tun hat? Dazu fallen mir zunächst auch erstmal nur Gegensätze ein, die aufzuzählen diesen Rahmen sprengen würde. Aber im Grunde, Sie ahnen es schon, möchten wir mit diesem Gegensatzpaar auf einen Leitgedanken aufmerksam machen.

Bewusstsein für die Lebensqualität in einem wachsenden Ballungsraum 

Dieses Thema treibt uns als kleiner der Umwelt und der Gestaltung des Mauerparks gewidmeter Verein, schon lange um, ebenso wie das Thema Bürgerbeteiligung.

Die Zeit, das Regenbogenprojekt abzuschließen ist gekommen und der Termin zum Volksentscheid v. 24.09.17 drängt sich auf. Daher nutze ich hier und heute die Gelegenheit zu einem Fazit und einem Ausblick. Ich möchte eine Brücke schlagen zu unseren Freunden im Bürgerpark Pankow.  Die Menschen dort, sehnen seit dem Beschluss von 1996 die Schließung des Flughafens Tegel herbei.

Wir hier im Mauerpark sehen die Flieger im Norden am Horizont, aber wir hören sie nicht. Das ist angenehm, in einem lauten, von Jugendlichen aus aller Welt gern frequentierten Park. Hier kann man Musik machen und auch gehört werden. Im Bürgerpark Pankow geht das, sobald ein Flieger im Landeanflug auf TXL ist, nicht!

Lebensqualität sinkt mit wachsender Lärmbelästigung rapide

Machen Sie von Ihrem Stimmrecht Gebrauch und stimmen Sie für die Schließung des TXL.

Der Bund für Naturschutz hat in der jüngsten Ausgabe der ‚BUNDzeit‘, der Umweltzeitung für Berlin und Brandenburg, eine Kampagne gegen den von der FDP vorangetriebenen Volksentscheid zur Offenhaltung Tegels gestartet, die wir gerne unterstützen, in der Zielrichtung haben wir ähnliche Anliegen:

  • Mehr Aufmerksamkeit und Gehör für die tatsächlich betroffenen Anwohner
  • Der Kern der Botschaft des BUND: Verlässlichkeit nicht nur von Politik und Verwaltung, sondern auch von jedem, der am Volksentscheid teilnimmt, einzufordern.

Hier im Mauerpark, wie dort, gewinnt man den Eindruck, dass wirtschaftliche und persönliche Interessen im Vordergrund stehen. So wird in dieser Stadt am Ende sehr viel Geld für Großprojekte der Infrastruktur, des Wohnens, für Kultur und Sicherheit, ausgegeben, aber sehr wenig Geld kommt auf der Ebene an, für die es in der Stadt die geringste Lobby gibt:

Die Parks und Spielplätze – zugegeben etwas verkürzt dargestellt.

Aber mir ist wichtig, sich nicht durch die Kampagne der FDP vor den Karren „eines Bauchgefühls“ spannen zu lassen. Hier wird mit einer Tegel-Nostalgie und einer Notwendigkeit für einen zweiten Flughafen neben dem BER gespielt, die momentan gar nicht existiert.

Finanziert wird diese Kampagne der FDP durch einen Billigflieger. Diese Werbung wird derzeit in der ganzen Stadt großflächig plakatiert. Denjenigen, die sich weitergehend informieren möchten, sei an dieser Stelle die Seite des Bund für Naturschutz www.BUND-Berlin.de/Tegel empfohlen.

Erkenntnisse aus dem Regenbogen-Projekt im Mauerpark

Wir beobachten seit Jahren, wie wichtig für langfristige Projekte, verlässliche Politik ist, insbesondere über Legislaturperioden hinweg.

Der Bezirk Pankow sah sich im Jahr 2015 aus finanziellen Gründen nicht in der Lage, den 1999 errichteten Regenbogenspielplatz zu erhalten, bzw. wieder zu errichten.

An sich schon verwunderlich, dass in einer stark wachsenden Metropole, sowenig Geld für die soziale Infrastruktur da ist.

Eigeninitiative ist wichtig! 

  • die positive Botschaft dieses Projektes: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Um diesen aus unserer Sicht so wichtigen Spielort für Kinder im Mauerpark nicht zu verlieren, haben wir uns für ein neues Regen-Bogen-Projekt eingesetzt.

Den traurigen Anblick der abgesägten Holzstümpfe des ursprünglichen Spielplatzes von 1999, haben wir mehrfach publiziert und uns über die Entstehung des Projektes informiert.

Als ein Signal der Hoffnung 10 Jahre nach der Wiedervereinigung im Mauerpark errichtet, hat es eine spannende Jugendbeteiligungsgeschichte, die von den evangelischen Kirchenkreisen im Fläming, Lübeck und Hamburg getragen wurde. Das Regenbogen-Projekt hat inzwischen weltweit 14 Spielplätze hervorgebracht.

Kooperation, Austausch und Hartnäckigkeit!

  • Versprochen ist versprochen und wird nicht gebrochen, gar nicht so einfach!

Hier haben sich auf der lokalen Ebene Menschen mit dem Willen zur Kooperation zusammengefunden. Dazu gehören maßgeblich Klaus Gust von der Fa. Sik-Holz, einer der Initiatoren und Gestalter der Regenbogen-Projekte, Wolf Sasse vom Grünflächenamt und die Freunde des Mauerparks.  Wir haben dabei viel über die Anfänge in den 90er Jahren, als die Regenbogen Idee aus der Taufe gehoben wurde, gelernt und etwas von dem Geist in das aktuelle Projekt weitergetragen.

Mitstreiter und Helfer finden

  • Vielen Dank allen, die mitgeholfen haben!
  • An einem Spielplatz mitzuarbeiten, der noch dazu ein Symbol für Frieden und Versöhnung ist, gibt das Gefühl an etwas Besonderem beteiligt zu sein.

Mit Erfolg haben wir am  Infopavillon Vorort, auf ‚betterplace.org‘ und mit Hilfe unser website Spenden für den Wiederaufbau des Regenbogen-Spielplatzes gesammelt. Auch die Fa. SIK-Holz hat das Projekt großzügig finanziell und personell unterstützt.

So konnte der zwischen dem Grünflächenamt und den Freunden des Mauerparks ausgehandelte Vertrag für das neue Regenbogen-Projekt in die Realisierung gehen.

Der Regenbogen-Spielplatz ist ein flächenmäßig kleiner Spielplatz an einer neuralgischen Stelle im Mauerpark. Wäre er verschwunden, hätte sich die Party- und Grillzone vermutlich schnell auch auf diese kleine Grünfläche im nördlichen, ruhigeren Teil des Parks, ausgedehnt.

Im Jahr 1999 hatte die Fa. SIK-Holz diese für kletter- und spielfreudige Kinder beliebte Anlaufstelle geschaffen. Als der Abriss des alten Regenbogens, der unverwüstlich schien, bekannt wurde, hat Klaus Gust, trotz Zweifeln an der Notwendigkeit für den Abriss des alten Spielplatzes, sehr schnell Ideen für einen neuen Regenbogen entwickelt.

Er hat nach der Vorstellung in der Bürgerwerkstatt im Herbst 2015 den neuen Vorschlag zu einem auch kostentechnisch kalkulierbaren Projekt gemacht. So konnte der Bezirk, nach der Zusage für das Bemühen um die notwendige finanzielle Unterstützung durch die Freunde des Mauerparks, dem Projekt zustimmen. Eine win-win-Situation für alle Beteiligten, die man sich in der großen Politik häufiger wünschen würde.

In wechselnden Konstellationen, in 2016 mit Jugendlichen aus dem Kirchenkreis, mit Unterstützung von Geflüchteten aus Syrien, in 2017 mit Vereinsmitgliedern und Anwohnern, haben wir für die Ausführung vor Ort, die Fa. SIK-Holz mit fleißigen Helfern unterstützen können und hatten richtig Spaß an der Zusammenarbeit!

In diesem Sinne, wünschen wir uns für die Zukunft auch im übertragenen Sinne,  erfolgreiche Regenbogen-Projekte.

Hier und heute laden wir euch ein, für die Schließung von TXL zu stimmen.

Unterstützt unsere Freunde im Bürgerpark Pankow und die 300.000 Anwohner, die vom Fluglärm und steigender Umweltverschmutzung betroffen sind!

Zeigt den Billigfliegern und Populisten die rote Karte!

K. Weigang, 20.08.2017

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