Neues Versorgungskonzept für den Mauerpark

von Alexander Puell am 27. Juni 2011

Früher hat die Mauer die Menschen voneinander getrennt, heute vereint der Park sie wieder. Durch seine bewegte Geschichte kommt im Mauerpark eine einzigartige Mischung an Menschen zusammen, die von Berlinern wie auch Besuchern aus der ganzen Welt geschätzt wird. So ist der Mauerpark am Wochenende zu einer touristischen Attraktion geworden. Bei bis zu 40.000 Besuchern am Tag wird diese Freude allerdings durch die Begleiterscheinungen getrübt. Dieser überproportionale Besucherandrang kann nicht mehr durch die klassische Ordnungs- und Versorgungs-Strukturen einer Grünfläche bewältigt werden.

Genereller Ansatz: Hilfe zur Selbsthilfe

  • strukturelle Probleme lösen ohne den Park zu kommerzialisieren
  • Gewerbe-Nachbarn einbinden und deren Infrastruktur nutzen
  • Vereine und Initiativen einbinden und Engagement fördern
  • Musiker einbinden und Mauerpark-Kultur stärken


Hilfe zur Selbsthilfe – auf diesem Grundsatz fußt das Versorgungs-Konzept der Freunde des Mauerparks e.V., das den spontanen „Volkfest“-Charakter des Parks erhalten möchte. Der Mauerpark hat schon viele Herausforderungen gemeistert – er ist ein Synonym für bürgerliches Engagement und zeigt, dass die Menschen in und um den Park bei Problemen mit anpacken können. Das Konzept basiert auf der Förderung von lokalem, bürgerlichem Engagement und der Einbindung der Mauerpark-Besucher. So werden tragfähige Strukturen geschaffen, die den einzigartigen Charakter des Mauerparks als besondere Grünfläche stärken, ohne den Mauerpark entgegen seiner Funktion weiter zu kommerzialisieren.

Im Umfeld des Mauerparks gibt es viele Möglichkeiten sich mit Getränken und Speisen zu versorgen, es gibt somit keinen Grund, eine weitere Versorgung innerhalb der Grünfläche anzubieten. Durch ein im Konzept angeregtes Beschilderungssystem werden die Parkbesucher über die bereits bestehenden Angebote informiert und eine klare Trennung zwischen gewerblichem Bereich und Grünflächen-Bereich hergestellt.

Damit die Informationen über Angebote wie auch Regeln des Parks beim Besucher ankommen, soll neben dem bereits bestehenden Internet-Informationsangeboten auch vor Ort und im persönlichem Gespräch informiert werden – diese Aufgabe übernehmen in Zukunft ehrenamtliche Helfer, die in einem Infopavillon alle Fragen zum Park beantworten können. Die Ansprechpartner setzen dabei auf Information und Dialog – sie übernehmen dabei nicht die Aufgaben der Ordnungskräfte oder Polizei.

Nachdem dieses Konzept am 27.6 in Rahmen eines Runden Tisches im Pankower Rathaus vorgestellt und diskutiert wurde, wird dieses Konzept von den Freunden des Mauerparks e.V. nun mit Unterstützung des Bezirks weiter ausgearbeitet. Nach den Sommerferien wird das Projekt dann in die konkrete Umsetzung gehen.

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