Freunde des Mauerparks e.V.

Die Sitzung des Stadtentwicklungs-Ausschusses der BVV-Mitte 25. März 2010 brachte nur wenig Neues ans Tageslicht, dafür bot sich allen Beteiligten die Möglichkeit sich über den aktuellen Stand zu informieren und diesen vor allen Ausschuss-Mitgliedern zu kommentieren.

Die Vertreter der Vivico haben den Beschluss der BVV-Mitte als Basis für weitere Verhandlungen akzeptiert und betonen weiterhin ein grosses Interesse an einer konstruktiven Zusammenarbeit, auch mit Blick auf die aktiven Bürgerinitiativen.

Stadtrat Gothe schlägt einen städtebaulichen Vertrag und ein Gutachterverfahren für den südlichen Bereich am Mauerpark vor, aus dem sich die weitere Ausgestaltung und nicht zuletzt das Bauvolumen (BGF) ergeben würden.

Martin Bausch von den Grünen fordert im Gegensatz zu Herrn Gothe, ein städtebauliches Verfahren parallel zum Bebauungsplanverfahren in die Wege zu leiten und diese sowohl für den nördlichen als auch den südlichen Bereich einzusetzen. Nur wenn der wirtschaftliche Nutzen der Vivico sich mit der dazugewonnen Parkfläche die Waage hält, sei das Ergebnis für die Bürger und somit für die Grüne Fraktion in der BVV-Mitte akzeptierbar.

Bernd Krüger nahm für die Freunde des Mauerparks e.V. Stellung zum aktuellen Stand. Er gab Hinweise und nannte Bedingungen, die der Verein mit seinen detaillierten Vor-Ort-Kenntnissen dem Ausschuss mit auf den Weg gab. Im Fokus stand hierbei der Erhalt der historischen Pflasterstrasse, der Bahnhofsmauer und des Bahnhofszauns mit seinen grossgewachsenen Pappeln. Anhand einer Plan-Skizze zeigte Bernd Krüger, daß der Erhalt dieser Zeitzeugen sich mit einer intelligenten, von Osten erfolgende Erschliessung erreichen lässt. Die bisher vom Bezirks angedachte Erschliessung durch eine Strasse zwischen Brunnenviertel und gewerblichen Neubauten ist für ein integratives Nutzungskonzept nicht geeignet. Dieses Erschliessungskonzept sorgt mit seiner daraus resultierenden, harten Baukante für unnötige Nutzungskonflikte. Im Hinblick auf die geplante Bebauung fordern die Freunde des Mauerparks deshalb eine Auffächerung der Gebäudemassen, die Nutzungskonflikte vermeidet und eine räumliche Verbindung zwischen Park und der Freien Schule möglich macht. Der Ansatz der Verzahnung greift das Thema „parkverträgliches Gewerbe“ auf, das mit dem Park verbunden werden soll. Dabei steht die bisher unbeantwortete Frage im Raum, ob eine parkverträgliche Gewerbenutzung im Rahmen einer öffentlichen Parkfläche möglich ist, oder dafür andere rechtliche Bedingungen gefunden werden müssen.

Im Norden plädierten die Freunde des Mauerparks für „Autofreies Wohnen“. Als mögliches Vorbild für eine gute sozialen Mischung nannte Bernd Krüger die Genossenschaftsgründung auf dem Gleisdreieck, einer ehem. Vivicofläche.

Stadtrat Gothe plädiert für eine zeitnahe Öffnung der Lortzingstrasse, um den Bewohnern des Brunnenviertels einen besseren Zugang zum Mauerpark zu ermöglichen. Herr Thomsen von der Vivico hält dafür aber eine gesamte Einigung bzgl. Mauerpark als Planungssicherheit für nötig.

In den Fraktion werden die Themen nun in den nächsten Tagen diskutiert und im nächsten Ausschuss wieder auf die Tagesordnung gesetzt.