Neues Fertigstellungs-Konzept für den Mauerpark

von Alexander Puell am 18. November 2009

Die Freunde des Mauerparks e.V. stellen ein neues, umfassendes Konzept zur Fertigstellung des Mauerparks vor.

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Mit der neuen Konzeption für die Fertigstellung des Mauerparks in seiner vollen, geplanten Größe und seiner städtebaulichen Einbindung lösen die Freunde des Mauerparks e.V. (FdM) in enger Abstimmung mit vielen Akteuren den nun schon 7 Jahre als unlösbar scheinenden Konflikt zwischen Vivico, Senat, Bezirk und Anwohnern.

In der Gesamtbilanz wird der Mauerpark als zusammenhängende Fläche auf 13 ha fertiggestellt (jetz 8 ha) und eine Wohnbau-Fläche von ca. 4 ha für die Vivico im Norden entwickelt. Auf ca 1,5 ha entsteht der „Marktplatz am Mauerpark“ im Rahmen eines schlüssigen, soziokulturellen Betreiberkonzeptes.

Das integrierte Konzept für den städteplanerischen Teil eines neuen Wohn-Viertels am Nordkreuz (nördlich des Gleimtunnels) wurde von den Architekten Stephan Thiele und Stefan Giesler entwickelt. Landschaftsarchitekt Bernd Krüger und Architekt Matthias Stelz entwickelten ein Konzept für den Teil der Fläche des zukünftig vollendeten Mauerparks und dessen Einfassung mit Integration bestehender Nutzungen (Gastgewerbe, Flohmarkt, kleiner Einzelhandel). Dem Landschaftsarchitekten Professor Gustav Lange wurde diese Variante auf Grundlage seines Entwurfs bereits vorgestellt.

Im Angesicht der bisher vorliegenden (städtebaulich inakzeptablen) Planung seitens Vivico und Bezirk machen die FdM einen Vorstoß, der den Mauerpark erstmalig in den Mittelpunkt stellt, ohne die politischen und finanziellen Bedingungen des Jahres 2010 zu ignorieren.

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In dem Konzept wird der Mauerpark in seiner beliebten Qualität in voller Breite fertiggestellt, Vegetation und Zeitzeugen der Bahnhofszeit erhalten, und der Park als Ort der Begegnung entwickelt.

Die FdM setzen eine hohe Priorität bei der Anbindung des Mauerparks zum Wedding. Bewohner des Brunnenviertels werden neben einem großzügigen Zugang am Gleimtunnel, vier weitere Eingänge um Mauerpark erhalten.
Der von den FdM unterstützte Entwurf macht in Reaktion auf die vorliegende Eigentumssituation das Angebot, eine neues städtisches Wohnquartier zwischen Brunnenviertel und Gleimviertel zu entwickeln, das sich im Gegensatz zur bisher vorgelegten Planung nicht zu den viel beschriebenen Konflikten zwischen Bewohnern und Parknutzern führt. In zentraler, nördlicher Lage, wird ein verbindender Wohn- und Lebensort geschaffen, mit ähnlichen Qualitäten, die das angrenzende Gleimviertel in Prenzlauer Berg attraktiv machen. Der Schlüssel für diese Entwicklung ist die im Konzept von den Architekten Thiele und Giesler neu vorgeschlagene Erschließungsstraße, welche in der Mitte des Gleimtunnels in Form einer breiten, baumbestandenen Rampe (genau wie die Schwedter Straße) das neue Wohnviertel in ausreichender Belastbarkeit erschliesst. Ein Teil des Gleimtunnels wird dafür geöffnet, ein weiterer Teil des Gleimtunnels vollständig saniert und somit endlich als attraktive Verbindung zwischen Prenzlauer Berg und Wedding dauerhaft gesichert.

Auf dem Gewerbegelände zwischen Mauerpark und Bernauer Straße, welches zur Zeit durch Gastgewerbe (Mauersegler, Sonnenseite, etc.), den beliebten Flohmarkt und einen Pflanzenmarkt genutzt wird, wird eine maßvolle Randbebauung vorgeschlagen, die den Bestand an vorhandenen Relikten der Güterbahnhofzeit und vorhandener Vegetation und vor allem eine Weiterentwicklung der parkverträglichen Gewerbenutzungen mit Kombination soziokultureller Jugend-Einrichtungen zur Bedingung macht. Der Charakter eines Überganges zwischen Stadt und Park wird durch eine Art offenen Gewerbehof mit Marktplatz-Atmosphäre gestärkt.

Eine wie bisher vorgesehene, ausschliesslich finanzielle Verwertung dieses für den Mauerpark so sensiblen Ortes im Süden wird durch das neue Konzept der FdM ausschlossen.

Die Freunde des Mauerparks haben so einen Gesamtentwurf entwickelt, der die verschiedenen Park-Nutzungen konzentriert, so daß sie sich gegenseitig ergänzen und nicht ausschließen.

Weitere Informationen zu den Freunden des Mauerparks e.V. und der neuen Konzeption für die Fertigstellung des Mauerparks können Sie der Internetseite www.mauerpark.info entnehmen.

Presseerklärung als PDF (225kB)

4 Kommentare to “Neues Fertigstellungs-Konzept für den Mauerpark”


  1. Fürchterlich!! Keine Bebauung des Mauerparks oder nördlich davon beim Kinderbauernhof und Kletterfelsen. Macht das nicht kaputt!! In enger Abstimmung mit allen Akteuren?? Was habt Ihr da vor??

  2. Ich finde Euer Konzept Klasse – und auch das timing!! Weiter so!!
    Vanessa, Anwohnerin

  3. Ich bin ehrlich gesagt entsetzt von den Bebauungsplänen im nördlichen Teil!!!
    Ich liebe den Mauerpark und wohne in der Korsörer Str.
    Wenn die Bebauung gemäss den Plänen umgesetzt wird, ist es dahin mit der noch relativ ruhigen Ecke beim Kinderbauernhof und Kletterfelsen.
    Dann werd ich wohl über einen Umzug nachdenken müssen :(

    Mir kommt es so vor, als ob Ihr die Bebauung möglichst weit weg vom Kern des Mauerparks haben wollt, aber habt Ihr auch mal an die Anwohner von Kopenhagener, Schwedter und Korsörer Str. gedacht???

  4. Ja, das wäre schön, wenn alles so bleibt. Es ist auch kaum vorstellbar, daß eine Veränderung den Mauerpark noch toller machen könnte.

    Dummerweise gehört ein guter Teil der Fläche der Immobilienfirma Vivico… die aus ihrer kommerziellen Sicht was „Schönes“ draus „entwickeln“ will…

    Deswegen engagieren wir uns in dem Prozess. Wir wollen, daß die Veränderungen nicht nur für Aktionäre gut sind – wir wollen, daß mögliche Veränderungen gut für den Park und die Anwohner sind.

    Die Veränderungen lassen sich nicht stoppen, aber mitgestalten. Wenn alle mithelfen kann das sich für den Mauerpark und die Umgebung positiv auswirken.

    Wir gestalten die Zukunft mit und nicht allein die Immobilien-„Entwickler“. Dieser Kampf ist uns alle Mühe wert, auch wenn wir manchmal missverstanden werden.

    Ich hoffe Du und die Bewohner der ruhigen Ecke bleiben, denn das Gleimviertel lebt von seiner guten Mischung aus alt und neu.