Freunde des Mauerparks e.V.

Wir, die Freunde des Mauerparks e.V., haben am 29. Mai 2009 die Initiative ergriffen und den Baustadtrat des Bezirkes Mitte, Ephraim Gothe, gebeten, die Mauerparknutzer, Vereine und Initiativen über die Verhandlungen zur Bebauung der Mauerpark-Erweiterungsfläche zu informieren und sie in die Planungsprozesse einzubeziehen.

Am 6. Juli hat sich Herr Gothe zu einem Gespräch mit uns getroffen und die aktuelle Bebauungsversion der Vivico vorgestellt.

Diese fällt wiederum massiver aus als der Vorschlag des Bezirkes Mitte und würde zu einer Bebauung auf 55.000 qm in Form einer Reihe von zwei- bis siebengeschossigen Wohnhäuseren in Nord-Süd-Richtung führen, parallel zur vorhandenen Weddinger Bebauung mit einigen Verbindungswegen zwischen Park und Brunnenviertel. 4,5 ha Fläche würden für die Fertigstellung des Mauerparks und einer Fläche neben der Jugendfarm zur Verfügung stehen.

Den Konflikt, der durch eine Wohnbebauung am südlichen Rand des Mauerparks entstehen könnte, haben wir Herrn Gothe nochmals deutlich gemacht und für unsere Alternative von Bauten mit parkverträglichen Nutzungen plädiert. Herr Gothe will auf jeden Fall den Flohmarkt als einen wichtigen Bestandteil des Lebens im Mauerpark nicht „wegplanen“.

Die entscheidende Frage in den nächsten Monaten wird sein:
Werden alle Beteiligten an einem Tisch sitzen, weiterverhandeln und einer Lösung zustimmen, die mit möglichst wenig Bebauung, konzentriert im Norden und Süden, verbunden ist und damit ca. 5 ha Mauerparkfläche bringt?

Oder wird es eine völlige Ablehnung der vorliegenden, tatsächlich so nicht zu akzeptierenden Pläne und weiteres Aussitzen geben, was die Rückzahlung der 2,3 Mio Euro an die Allianz-Umweltstiftung im nächsten Jahr zur Folge hätte und weitere politische Entscheidungen und den Kauf von Grundstücken der Vivico notwendig machte?
Die politischen Vertreter des Bezirkes Mitte, der für das Gelände zuständig ist, haben bisher wenig Interesse an der Fertigstellung des Mauerparks gezeigt und das Thema nicht besonders befördert.

Baustadtrat Gothe hat noch am deutlichsten das Pendel zugunsten eines deutlich größeren Mauerparks auschlagen lassen, d.h. in seinen Entwürfen vom Dezember 2007 war die der Vivico zugestandene Gebäudemasse noch am geringsten (3, 6 ha für Wohngebäude, 6,5 ha für Mauerpark und Erschließungswege).

Nach Auskunft von Herrn Gothe und der Senatsverwaltung könnte ein Bebaungsplan für die vorliegende Planung einer ca. 30 Meter tiefen Gebäudereihe mit Vorgärten zum Mauerpark erstellt werden, ohne den Flächennutzungsplan ändern zu müssen. Das ist als formaljuristische Grundvoraussetzung in der zukünftigen Entscheidungsfindung wichtig zu wissen. Für diese Debatte steht ab jetzt laut Herrn Gothe ein Zeitfenster von ca. 6 Monaten offen, danach droht die Vorbereitung der Rückzahlung der Allianz-Fördersumme und danach eine ungewisse Zukunft für die Mauerparkfertigstellung, auf die wir nun 15 Jahre nach Eröffnung des Parks im November 1994 warten.

Freunde des Mauerparks e.V.