Weg statt Steg auf dem Gleimtunnel

von Bernd Krüger am 10. April 2008

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Nach drei Jahren intensiver Bemühungen von Seiten der Freunde des Mauerparks und allen Mitstreiterinnen, die verantwortlichen Stellen zu einer Lösung für die Verbindung über den Gleimtunnel hinweg zu bewegen, hat sich der Senat von Berlin in Verhandlungen mit der DB Netz AG nun zur kleinstmöglichen aller Lösungen durchgerungen.

Unser Projekt des Gleimsteges blieb dabei leider auf der Strecke, trotzdem werden wir es für die Zukunft als bessere und dauerhafterere Lösung weiterverfolgen. Die im Jahr 2007 zu Verfügung stehenden Mittel hat der Senat zwar zurückgezogen, jedoch dürfte im Rahmen der Mauerparkfertigstellung und der in den nächsten Jahren notwendigen Sanierung des Gleimtunnels eine bessere Überwegung des Tunnels möglich sein.


Folgende provisorische Minimallösung soll nun durch die Senatsverwaltung verwirklicht werden und zwar, wie uns bestätigt wurde zu Beginn der Freiluft-Saison im Mauerpark:
Die Ausführung des Weges soll über eine verkehrssichere, aber provisorische Bauweise nicht hinausgehen. Die beiden Leitplanken werden in einer Breite von ca. 3 m aufgetrennt und zwei parallele feste Zäune auf der Tunneloberfläche verankert, zwischen denen der Weg verlaufen soll. Zwischen den vorhandenen Wegeenden und der Tunneldecke wird ein stolperfreier Wegebelag eingebaut, im Übrigen bildet die Betondecke die Wegeoberfläche . Die Verkehrssicherungspflicht obliegt wie im ganzen Mauerpark dem Amt für Umwelt und Natur, obwohl das Tunnelbauwerk im Eigentum der DB Netz AG bleibt. Zum ersten Mal seit Bestehen des Mauerparks wird es eine offizielle Wegeverbindung von der Jugendfarm zum Birkenwäldchen geben, die vor Allem den nördlichen Teil besser erreichbar macht und das Erleben des Parks ohne lästige Gleimstraßenquerung möglich macht.

Der im letzten Herbst eingerichtete Bürgergarten im Aufbau wird dann unmittelbar an der neuen Wegeverbindung liegen, viel Aufmerksamkeit sei ihm und seinen Initiatoren schon jetzt gegönnt, nicht nur beim Vorbeigehen sondern vielleicht auch bei der Mithilfe und dem gärtnerischem Austausch mit anderen Kiezgärten.

Die Freunde des Mauerparks und Mathias Stelz, der Architekt des Steg-Entwurfes sehen die Entscheidung des Senats als wenig vorausschauend und in eigentumsrechtlichen und veraltungstechnischen Sachzwängen gefangen an. Letzlich geht es um die Verantwortlichkeit für den Zustand eines öffentliches Bauwerk, die weder die Verwaltung des Bundes, des Landes Berlin noch der DB tragen will. Warum eigentlich nicht alle zusammen? Wenn wir es aber erreicht haben sollten, dass durch Beharrlichkeit und Druck der Freunde des Mauerparks, der Kiezjury Gleimviertel, des Bürgervereins Gleimviertel und einiger Parteienvertreter nun ein Weg für die Menschen im Mauerpark geöffnet wird, dann stecken wir fürs erste unsere Wünsche zurück und denken an den Anfang unseres Engagements: „Der Weg ist das Ziel“ war jedenfalls vor drei Jahren das Motiv unseres Einsatzes für die „schnellste“ Lösung, die wir nun bekommen sollen.

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