Freunde des Mauerparks e.V.

Die Bürgerinitiative „Liebet Eure Feinde“, unterstützt vom KopArt e.V. und vielen Anwohnern, bemüht sich bereits im vierten Jahr um eine gewaltfreie Walpurgisnacht.
Wer sich noch an frühere Jahre erinnert: da glich unser Kiez an diesem Tag eher dem Schauplatz eines Bürgerkrieges, als dem eines Festes. Anwohner parkten ihre Autos um, Ladenbesitzer verrammelten ihre Geschäfte und viele mieden es sogar, auf die Straße zu gehen. Polizisten mit Schutzkleidung, Schilden und Wasserwerfern rückten an. Der Mauerpark wurde zum beliebten Treffpunkt von Randalierern aus ganz Deutschland, die Streit mit den Ordnungskräften suchten, aber auch die Bewohner tyrannisierten.

Unser Kiez ist aber tolerant, kreativ und entspannt, und wir haben Lust, das auch an diesem Tag zu zeigen, statt uns zurückzuziehen.

Unser Traum: ein Fest, das die Anwohner und alle, denen es am Herzen liegt, selbst gestalten, das mit Feuerkunst und Schwedenfeuern zu Trommel- und Weltmusik offen ist für Anwohner und Gäste. Ohne Krawall und Auweiha. Die Zusammenstöße vergangener Jahre mit der Polizei und Erfahrungen aus früheren Jahren mit der Organisation von Feuerstellen haben zum Verbot aller Formen von Feuer (Feuerwerk, Grillen, Jonglage etc.) im Park und zu vermehrter Präsenz der Polizei geführt. Wir finden das schade. Klar verstehen wir das Sicherheitsinteresse, wollen aber trotzdem in dieser einen Nacht im Jahr den Leuten Feuer ermöglichen.

Es geht ja auch anders! Der eigentlich viel zu kleine Mauerpark wird stark genutzt und die Natur im Park, besonders die sensible Grasnarbe, verkraftet deshalb keine offenen Feuerstellen. Verstehen wir. Wir lieben ja unseren Park. Deshalb setzen wir auch in Zukunft auf Schwedenfeuer (denn Feuer gehören – unserer Meinung nach – zu Walpurgis einfach dazu). Bewährt hat sich auch das Glas-/Flaschenverbot im Park. Die Kontrollen sollen nicht Euch als Gäste abschrecken, sondern verhindern Glasbruch, der später zu „Tretminen“ für Mensch und Tier wird. Der Park gleicht am Morgen danach sonst einem Schlachtfeld und der Rasen ist unbetretbar. Wir haben uns auch für die Trommler eingesetzt. Letztes Jahr gab es da Probleme, weil die Polizei angehalten war, ab 22 Uhr die Nachtruhe zu gewährleisten. Wiederholte Beschwerden von Familien mit Kindern und auch vom angrenzenden Altersheim auf der Weddingseite hatten dafür gesorgt und sollten nicht übergangen werden.

Um den Trommlern entgegen zu kommen, aber auch die Interessen der Anwohner zu berücksichtigen, haben wir dieses Jahr bis Mitternacht die Genehmigung fürs Trommeln durchgesetzt. Bitte habt Verständnis für diese zeitliche Begrenzung; die Erlaubnis, bis Mitternacht zu trommeln, ist ein ausgehandelter Kompromiß. Nicht jeder mag Trommelmusik und schlaflose Nächte. Ihr könnt natürlich gern die ganze Nacht bleiben und weiterfeiern, aber bitte mit Rücksicht auf die Nachtruhe. Polizei und Ämter kennen die Wünsche der Bevölkerung nach Feuer und haben durchweg Verständnis dafür gezeigt. Bei einem friedlichen Verlauf stellt die Polizei die Möglichkeit begrenzter Feuerstellen für 2008 in Aussicht. Es liegt also auch an uns, ob`s was wird mit den Feuern.

Wir hoffen auf Euer Verständnis und wünschen Euch und uns ein schönes, friedvolles Fest ohne unangenehme Zwischenfälle.