PollerUp! – Kunst im Mauerpark

Seit dem Frühlingsanfang 2026 verwandeln fünf Künstlerinnen und Künstler die Anti-Terror-Poller am südlichen Eingang des Mauerparks in kleine Bühnen. Was als künstlerische Intervention begann, ist inzwischen ein kontinuierliches Projekt in Etappen – mit wechselnden Werken, wachsender Beteiligung und einem großen Finale im Herbst. Die Freunde des Mauerparks e.V. begleiten „PollerUp!“ von Anfang an.


Die Idee: aus Sperren werden Bühnen

40 massive Poller sichern den Parkeingang an der Bernauer Straße. Sperren aus Stahl, 110 Zentimeter hoch, aufgestellt zum Schutz vor Terror – ausgerechnet an einem Ort, der doch wie kaum ein anderer für das Überwinden von Grenzen und Gegensätzen steht.

Genau diesen Widerspruch nimmt „PollerUp!“ beim Wort. Auf jeden Poller kommt ein skulpturales Objekt, ohne Befestigung, auf einen weißen Modellbau-Sockel gestellt. Die Werke stehen nur für ein paar Stunden, danach sind die Poller wieder Poller.

Diese Flüchtigkeit der Ausstellungen gehört zum Konzept: Sie besetzen den Stadtraum, ohne ihn zu beanspruchen, sie verändern nichts dauerhaft und doch hat sie große Wirkung im Moment.

Die Objekte: Alltagsgegenstände und Fundstücke

Viele der oft farbenfrohen, verspielten Arbeiten bestehen aus Alltagsgegenständen und Fundstücken, manche direkt aus dem Mauerpark aufgelesen. Weggeworfenes und Übersehenes bekommt ein neues Gesicht.

Die Objekte erzählen vom Treiben ringsum: von Sport und Spiel, von Musik und Kultur, vom Chillen und Grillen. Sie beziehen sich auf das positive, heitere Treiben in einem Park, unter dem der ehemalige Todesstreifen liegt – und machen so nebenbei sichtbar, wie gravierend sich dieser Ort verwandelt hat.


Die Beteiligten: Künstler*innen aus dem Kiez

Beteiligt sind Silvia Lorenz, Katharina Lüdicke, Daniela Gugg, Peter Müller und Wolfgang Krause. Alle leben in Pankow, einige nur wenige hundert Meter vom Mauerpark entfernt.

Das Schaffen von Initiator Wolfgang Krause ist seit Jahren von der Suche nach Poesie im Alltäglichen geprägt und von der Lust, das Gewohnte zu verrücken. Vorausgegangen sind ihm großräumige Installationen im Stadt- und Architekturraum sowie zahlreiche kontextbezogene Interventionen im öffentlichen Raum.


Der Ort: früher Todesstreifen – heute Begegungsort

Wo heute gepicknickt und musiziert wird, verlief bis 1989 die Grenze. Nach dem Mauerfall blieb eine Brache zwischen Wedding und Prenzlauer Berg – ein Niemandsland, das sich die Berlinerinnen und Berliner in den Nachwendejahren Stück für Stück angeeignet haben: erst Trampelpfade und Baumpflanzungen, dann Flohmarkt und Karaoke.

Heute leben hier Ost und West nebeneinander, Prenzlauer Berg und Wedding, und Gäste aus allen Stadtteilen und aus aller Welt treffen aufeinander. Aus der Grenze wurde eine Nahtstelle, aus dem Ort der Trennung ein Ort der Begegnung. Mit Hand und Herz können aus Grenzen offene Räume entstehen.

Die Etappen

„PollerUp!“ ist wie ein Etappenrennen angelegt. Jede Ausstellung ist eine Etappe, die Werke wechseln, die Zahl der bespielten Poller wächst.

Ab 20. März – Auftakt zum Frühlingsbeginn. In den folgenden Wochen werden regelmäßig neue Arbeiten gezeigt, jeweils zu wechselnden Motti.

12. und 13. August – das Bergfest: Am 12. August entstehen die Fotografien der Werke, am 13. August sind rund 20 Arbeiten auf den Pollern zu sehen. Im Mittelpunkt, um Poller Nr. 18, Arbeiten von Katharina Lüdicke, Silvia Lorenz und Daniela Gugg; auf der rechten Flanke die Objekte von Peter Müller, links die von Wolfgang Krause.

19. September, ab 14 Uhr – die bislang größte Ausstellung. Die Werke stehen für einige Stunden entlang der gesamten Pollerreihe an der Bernauer Straße.

17. Oktober, ab 13 Uhr – das Finale: Alle 40 Poller sollen bespielt werden.


Dokumentation und Ausblick

Parallel zu den Ausstellungen entsteht eine fotografische Dokumentation. Thomas Adebahr hält die Objekte von ihrer schönsten Seite fest – nur bei voller Sonne, versteht sich. Marc Größer begleitet das Projekt mit Radiobeiträgen: über den Gesamtprozess, die beteiligten Akteure, die Nachbarschaft, die Anliegerinnen und Anlieger und die Gäste des Mauerparks.

Geplant sind außerdem eine gedruckte Publikation zum Projekt sowie eine Ausstellung in einer Galerie im Winter.


Unterstützung und Spenden

Patenschaften: Gegen einen kleinen Betrag lassen sich Patenschaften für einzelne Kunstwerke übernehmen. Das Geld kommt den Künstlerinnen und Künstlern direkt zugute. Neben den Freunden des Mauerparks tragen bereits viele Einzelpersonen das Projekt mit.

Mit anpacken: Vor jeder Ausstellung müssen die Poller gereinigt, die Werke auf- und wieder abgebaut werden. Wer Zeit und Lust hat, ist willkommen – auch für ein oder zwei Stunden.

Danke an Caiju e.V. Tatkräftige Hilfe kommt von den Jugendlichen des Caiju e.V.: Über das Projekt Blitzjobs packen sie beim Reinigen der Poller mit an und unterstützen die Künstlerinnen und Künstler bei der Aufsicht.

Spenden: Mit einer Spende an die Freunde des Mauerparks e.V. kann jeder das Projekt ganz einfach unterstützen – jeder gespendete Euro fließt in die Ausstellungen und die Arbeit der Künstlerinnen und Künstler.

Jetzt Spenden

Loading...