Urban Canvas – Zeichen setzen im Mauerpark
Der Mauerpark ist ein Ort gelebter Transformation: vom Todesstreifen zum Ort voller Leben.
Wo vor über 30 Jahren die Mauer Berlin teilte, treffen sich heute Jung und Alt, Berlinerinnen und Touristinnen – Menschen jeglicher Couleur.
Mit dem Projekt „Urban Canvas – Zeichen setzen im Mauerpark” machen wir dieses Lebensgefühl sichtbar: Die Außenwände unseres Vereinshauses „Blumenwunder” werden in regelmäßigen Abständen von wechselnden Künstler*innen neu gestaltet – mit großflächigen Murals, die thematisch Bezug auf den Ort und das Leitbild unseres Vereins nehmen: Völkerverständigung, Diversität, Toleranz, Kunst und Kultur.
Kuratiert werden die Bemalungen von der Künstler*inneninitiative LIEBEzurKUNST.
Aktuelle Bemalung
Tomáš
Im August 1961 wurde die siebzehnjährige Renate von ihrem Vater getrennt, der in West-Berlin lebte und eine Druckerei in Gesundbrunnen hatte. Ihr Vater versprach ihr, sie in den Westen zu bringen. Zunächst wollte er sie mit dem Auto über die Grenze bringen, doch die Grenze wurde inzwischen geschlossen und eine Überfahrt mit dem Auto war nicht mehr möglich. Schließlich machten sie sich zu Fuß auf den Weg.
Sokar Uno ist ein in Berlin lebender deutscher Muralist, der für seine markanten großformatigen Wandgemälde aus fragmentierten, wiederholenden menschlichen Figuren bekannt ist, die international in Städten wie Berlin, London, New York und Kapstadt zu finden sind. Das Bild hat für jeden Betrachter vollen Interpretationsfreiraum. Es geht nicht darum eine Geschichte oder eine Darstellung eines Themenbereichs zu erzählen. Mehr geht es um die Erinnerungen und Gefühle die die betrachtenden Menschen dabei erleben.
Mai 2026
Kiki van Cheese: „WOMEN”
Das Wandbild dreht sich um die Stärkung von Frauen: eine weibliche Figur, umgeben von blühenden Blumen, ergänzt durch typografische Buchstaben mit der Aufschrift „WOMEN” – in fließenden Linien und leuchtenden Farben.
Kiki van Cheese ist das Street-Art-Alias der Berliner Illustratorin und Künstlerin Ekaterina Koroleva.
Instagram: @kikivancheese
Nensetango (Martín Gómez): Dobermänner
Der Dobermann steht für den Künstler sinnbildlich für die Stadt – und wird zugleich ständig falsch eingeschätzt. Das Wandgemälde rückt die Tiere in ein positives, feierliches Licht: Es regt dazu an, Tieren, mit denen wir uns täglich den städtischen Raum teilen, mit mehr Respekt und Empathie zu begegnen. Die Dobermänner sind in einem Muster angeordnet, das an spazierende Menschen im Park erinnert – Mensch und Tier sind verbunden und teilen gemeinsame Verhaltensweisen.
Instagram: @nensetango
September 2025
Iockas: „Die Idee der großen Wand”
Die Inspiration kommt aus der Beobachtung des täglichen Zusammenlebens in Kontexten kultureller und sozialer Vielfalt, in denen Toleranz und gegenseitiger Respekt für Harmonie von grundlegender Bedeutung sind.
Instagram: @iockas
Emeteur: „Unity in Diversity”
Ein lebendiges Wandgemälde feiert Zusammengehörigkeit und Vielfalt: Unterschiedliche Gesichter, Kulturen und Farben verschmelzen nahtlos und symbolisieren die Stärke der Gemeinschaft. Der Effekt von zerrissenem Papier offenbart die Harmonie hinter der Trennung – eine Botschaft des Friedens, der Sichtbarkeit und der Inklusion für alle im Mauerpark.
Instagram: @emeteur
April 2025
Coky One: „Tiere des Mauerparks”
Eine Hommage an die tierischen Bewohner des Parks – von Coky One, einem festen Namen der Berliner Urban-Art-Szene.
Instagram: @cokyone
Ennicolor: „Jugend Diversität”
Das Berliner Künstlerduo Ennicolor (Enni & Kerim) widmet seine Wand der jungen Generation und ihrer Vielfalt.
Instagram: @ennicolor.art
Oktober 2024
Julijah: „Owl of Freedom”
Die Eule der Freiheit – ein Motiv der Berliner Künstlerin Juli Jah (Juliana Žamoit).
Instagram: @julijahh
Dizi & Suga.art
Das Motiv nimmt Bezug auf die Geschichte des Mauerstreifens und die bis zur Grenzöffnung herrschende Situation der Trennung und des Eingesperrtseins. Die rechte Seite der Wand spielt auf die Zeit der Wiedervereinigung an und symbolisiert die Transformation des Mauerparks.
Juli 2024
Caro Pepe & Juan Masana: „Oneness”
„Für mich verkörpert der Park das Gefühl der Einheit – das gemeinsame Gefühl, aus demselben Stoff zu sein, eins mit dem anderen, unabhängig von sozialen und politischen Kontexten. Einheit bedeutet Akzeptanz und Toleranz.” Mit diesem Konzept gestalteten die argentinische Street-Art-Künstlerin Caro Pepe und Juan Masana ihr gemeinsames Wandbild.
Instagram: @caro.pepe und @juanmasana
Devita Art: „Together”
Die Berliner Künstlerin Devita stellt in ihren Arbeiten vor allem weibliche Figuren in den Mittelpunkt, deren Gedanken, Gefühle und Geschichten Bedeutung haben. „Together” feiert das Miteinander im Park.
Instagram: @devita_art
April 2024
Mate Artist: „Dangerous Spring”
Ein Werk des Berliner Mural-Künstlers Mate Artist, der seit vielen Jahren Wände in Europa und darüber hinaus gestaltet.
Instagram: @mateartist
Andri Kovtun: „Wall Fall – Peaceful Encounters”
Der Fall der Mauer und die friedlichen Begegnungen, die der Mauerpark heute möglich macht.
Instagram: @andrii.kovtun.art
Dezember 2023
Aleave Art: „Sicherheit & Grenzen”
Mit dem Thema „Sicherheit & Grenzen” eröffnete der Berliner Künstler Alexander Ivanov (Aleave Art) die Reihe der Blumenwunder-Bemalungen.
Instagram: @aleave.art
Newen Vilu & Translartor: „Diversität”
Vielfalt als Stärke des Mauerparks – gestaltet vom chilenischen Künstler Newen Vilu gemeinsam mit Translartor.
Instagram: @newen_030
Hintergrund: Kuration & Partner
Kuratiert von LIEBEzurKUNST
Die Bemalungen des Blumenwunders werden von Andrea Stöckmann kuratiert. Mit ihrer Künstlerinneninitiative LIEBEzurKUNST setzt sie sich seit 2019 gemeinnützig für urbane Kunst in Berlin ein: Sie fördert Künstlerinnen, ermöglicht kulturelle Teilhabe und organisiert Projekte, Jams, Ausstellungen und professionelle Murals. Für das Urban-Canvas-Projekt wählt sie Künstler*innen aus, deren Arbeiten zum Ort und zum Leitbild der Freunde des Mauerparks passen – bei gleichzeitig freier künstlerischer Gestaltung.
Unterstützt von der Graffiti Lobby Berlin
Den Kontakt zwischen den Freunden des Mauerparks und LIEBEzurKUNST hat die Graffiti Lobby Berlin hergestellt, die sich seit Jahren für die Berliner Graffiti- und Street-Art-Kultur und für mehr legale Flächen in der Stadt stark macht.
Warum legale Wände wichtig sind
Legale Wände – sogenannte Halls of Fame – geben Künstler*innen die Möglichkeit, ihr Können frei zu entfalten, ohne sich zu kriminalisieren, und machen urbane Kunst für alle im öffentlichen Raum erlebbar. In ganz Berlin gibt es davon nur sehr wenige; sie sind so stark nachgefragt, dass Werke dort oft nur Stunden überdauern.
Die Freunde des Mauerparks wollen deshalb gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern LIEBEzurKUNST und Graffiti Lobby Berlin die legalen Wände im Mauerpark erhalten, unterstützen und ausbauen – damit der Mauerpark bleibt, was er ist: ein Ort der Freiheit, der Begegnung und der Kunst.














