Urban Canvas: Zeichen setzen im Mauerpark
Der Berliner Mauerpark ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen – über Grenzen, Herkünfte und Kulturen hinweg. Die berühmte Graffiti-Mauer zieht Künstler*innen aus aller Welt an und macht Streetart im öffentlichen Raum erlebbar.
Mit Urban Canvas bringen die Freunde des Mauerparks e.V. gemeinsam mit LIEBEzurKUNST diese kreative Energie an die Fassade ihres Vereinshauses „Blumenwunder”. In regelmäßigen Abständen gestalten wechselnde Künstler*innen das Gebäude neu – mit großflächigen Murals, die aktuelle Themen in den Park und das Viertel tragen.
Jede Gestaltung erzählt ihre eigene Geschichte, bevor sie der nächsten Platz macht. Auf dieser Seite stellen wir die aktuellen Künstler*innen und ihre Arbeiten vor – und blicken zurück auf alles, was bisher an der Fassade entstanden ist.
Mai 2026 – Ekaterina Koroleva & Martín Gómez
Das Mural dreht sich um Female Empowerment: Eine weibliche Figur steht im Zentrum, umgeben von blühenden, grafischen Blumen. Die fließenden Linien und leuchtenden Farben greifen kikivancheeses typische Handschrift auf und setzen ein kraftvolles Zeichen für Weiblichkeit im öffentlichen Raum.
Über die Künstlerin: Die in Berlin lebende Illustratorin Ekaterina Koroleva lässt feine Linien und fließende Elemente zu einer unverkennbaren visuellen Sprache verschmelzen. In ihren ausdrucksstarken Porträts und femininen Silhouetten vereinen sich klassisches Zeichenhandwerk und modische Eleganz, wobei der Kontrast aus roher Skizze und leuchtender Farbigkeit ihren Werken eine besondere Lebendigkeit verleiht. Diese Kombination macht ihre Arbeiten zu einem spannenden Dialog zwischen fragiler Form und kraftvollem Ausdruck.
Eine Reihe von Dobermännern wiederholt sich über die gesamte Fassade, eingebettet in einen abstrakten Pastellhintergrund mit grafischen Sternmotiven. Der Dobermann steht sinnbildlich für die Stadt – und wird dabei ständig falsch eingeschätzt. Das Wandgemälde rückt die Tiere in ein positives Licht und regt dazu an, ihnen mit mehr Respekt und Empathie zu begegnen. Die Farbgebung mischt nostalgische Pastellrosa-Töne mit modernen Akzenten in Viridiangrün und Dioxazinviolett.
Über den Künstler: Der aus Chile stammende und heute in Melbourne lebende Künstler Martín Gómez – in der Szene besser bekannt als Nense Tango – verschmilzt urbane Graffitikunst mit zeitgenössischer Ästhetik. Mit seinem Hintergrund im Grafikdesign kreiert er großformatige Murals, in denen präzise Kompositionen, Porträts und geometrische Elemente zu dynamischen Gesamtbildern werden. Seine Street-Art, die auch seine Arbeit als Tattoo-Künstler inspiriert, war auf internationalen Festivals in Südamerika, Ozeanien und Berlin zu sehen.
