Geschichte

Viele Gründe sprechen gegen den Bebauungsplan 1-64a VE

Mauerstreifen

  • Spuren der Bahn-, Grenz- und Mauergeschichte werden verwischt
  • Gefährdung der Fortführung des Mauerstreifen-Gedenk-Konzeptes
  • Durch geplante massive Bebauung im Nordbereich wird die Chance vertan, die historischen Spuren der Trennung von „Ost“ und „West“ visualisierbar zu machen
  • Der Mauerpark, auf dem ehemaligen Grenzstreifen gelegen, ist ein herausragender Teil des Mauergrünzugs in Berlin, der den Verlauf des Todesstreifens markiert und ein einzigartiges Symbol für die Wiedervereinigung des geteilten Deutschland darstellt und für die Nachwelt zugänglich bleiben soll

 

Gleimtunnel

  • Der Gleimtunnel steht unter Denkmalschutz und darf nicht verändert werden
  • Wegen stadtweiter Bedeutung des Baudenkmals haben Eingriffe wie die geplante Tieferlegung der Straße unter dem Tunnel zu unterbleiben. In keinem Fall sind sie ohne Zustimmung der Oberen Denkmalbehörde möglich
  • Der Gleimtunnel als einmaliges Zeugnis technischer Baukunst wird durch den direkt anschließenden Neubau und die enge Zufahrt in seiner Substanz gefährdet

 

Dieser Beitrag ist auch verfügbar auf: Englisch

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Geschichte

geschichte_mauerpark

Der Mauerpark liegt auf dem Gelände eines ehemaligen Güterbahnhofs und eines Excerzierplatzes. Davon zeugt noch heute der „Gleimtunnel”, das ist die Unterführung der Gleimstraße unter einer Vielzahl von Gleisbrücken.

Ein anderes Überbleibsel aus dieser Zeit ist die Schwedter Pflasterstraße, die den Mauerpark in der Länge durchzieht und den Parkhauptweg bildet. Nachdem der Bahnhof nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder in Betrieb ging, entstand dort ein Gewerbegebiet.

1961 wurde die Mauer errichtet und zwischen der Hinterlandmauer und der Hauptmauer ein breiter Sandstreifen zur Erschwerung von Fluchten angelegt.

1988 wurde eine neue Hauptmauer etwas weiter westlich errichtet, ohne daß die alte schon abgerissen wurde. Dadurch standen hier beim Mauerfall drei Mauern.

Nach dem Mauerfall begannen sich wieder Pflanzen auszubreiten, Anwohner pflanzten Bäume auf dem Stadionhang und auf dem Falkplatz. Es gelang, das Gebiet als Erholungsfläche für die Bewohner des Prenzlauer Bergs und des Brunnenviertels in die Planung zu bringen.

Dank der finanziellen Unterstützung durch die Allianz Umweltstiftung konnten 1994 nach mehreren Jahren Bauzeit die beiden östlichen von insgesamt vier geplanten Abschnitten des „Mauerparks” fertiggestellt werden.

Die Vollendung des Parks wurde dann aber mehrfach zurückgestellt, da die Mittel zum Erwerb der westlichen Fläche nicht ausreichten. Ein Zaun zwischen den Gewerbeflächen, die mit Ausnahme des Flohmarktes mittlerweile nicht mehr vermietet sind, setzt quasi die Geschichte der deutsch-deutschen Teilung fort.

Zur Zeit wird erneut die Fertigstellung des Mauerparks in den westlichen Bereichen in der Politik verhandelt und in der Bürgerwerkstatt geplant.

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2 Kommentare to “Geschichte”


  1. Hallo aus der Gleimstraße.
    Ich wohne seit 2 Jahren in der Gleimstrasse (Gesundbrunnen) und muss sagen, dass ich froh bin, dass das Gewerbegebiet dort besteht. Es ist eine gute Abgrenzung. Im Sommer ist der Gestank der vielen Grill-Feuer am Falkplatz sehr unangenehm. Der Status quo ist mir sehr angenehm und ich hoffe es bleibt so wie es im Moment ist.
    Je größer ds Areal Mauerpark wird, umso größer die Wahrscheinlichkeit, dass es mehr unangenehme Begleitumstände gibt, wie z.B. am Boxhagener Platz. So wie es jetzt ist, ist es gut.
    Grüße
    Ralf F.

  2. Hallo Ralf,

    bei den Rauchschwaden überm Falkplatz kann man natürlich geteilter Meinung sein. Die, die dort Grillen, stört es sicher weniger als die Anwohner, mit Fenster zum Park.

    Der Gewerbestreifen ist aber nicht nur eine Barriere für den Rauch – auch die Anwohner aus dem Brunnenviertel empfinden diese Fläche als Grenze – ein regelrechte Mauer.

    Damit der Park den Bedürfnissen der unterschiedlichsten Parknutzer gerecht werden kann, benötigen wir unbedingt die gesamte Fläche des „Gewerbegebiets“.

    Nutzungs-Inseln könnten dort auf die unterschiedlichen Parknutzer zugeschnitten werden.

    Lauschige Orte für die Bewohner des Senioren-Heims, Sportmöglichkeiten für die Kids und eine begrenzte Anzahl solider Grillplätze für die türkisch-stämmigen Familien.

    Es gibt soviele Wege den Park rücksichtsvoll gemeinsam zu nutzen – da sind Barrieren zu Abgrenzung nicht nötig.


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